Montag, 30. Oktober 2017

Angekommen auf Suwarrow

Die ganze Strecke von Niue nach Suwarrow war prima und relaxed, wenn man mal von dem Wassermacherschaden absieht.
Dafür war die letzte Nacht die Hölle. Wir sind noch kurz vor Sonnenuntergang im Windschatten des Atolls angekommen, aber es war zu spät bis zur Einfahrt zu kommen, die man sicherer bei Tageslicht befährt.
Also haben wir uns auf eine entspannte Nacht in Wellenschutz des Riffs eingestellt. Aber es sollte anders kommen:
Es hat die ganze Nacht gestürmt und geregnet und selbst die abgedämpfte Welle im Schutz des Riffs war nervig. Alles andere entspannt, aber damit nicht genug. Als wir schon alle völlig übermüdet waren, hat erst der Motoralarm geplärrt und wenige Sekunden später kam Rolf mit der pikanten Nachricht, dass sich die Halterung der vorderen Toilette gänzlich verbaschiedet hat. Also Schüssel am Boden und... alles Scheiße!
Es war sicherlich eine der schlimmsten Nächte meines Lebens und es versteht sich von selbst, dass ich praktisch keinen Schlaf hatte. Egal... nun sind wir in Suwarrow, liegen vor Anker, der Motorschaden beschränkt sich auf den Kühlwasser-Temperatur-Fühler, also nichts Überlebenswichtiges... Prost!

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Sonntag, 29. Oktober 2017

Fast da

Nach drei Tagen Urlaubssegeln, waren die letzten 24h etwas rauher, aber fern von ungemütlich. Alle an Bord sind wohlauf und wir freuen uns auf die Ankunft.
Insgesamt waren wir etwas schneller unterwegs als gedacht, deswegen werden wir schon heute am späten Abend in der Nähe von Suwarrow ankommen. Da wir aber erst bei Tagesanbruch einlaufen wollen, werden wir irgendwo noch langsam machen und ein paar Stunden verschwenden.
Heute morgen am 29.10.2017 um 1812 UTC sind wir in Position 14°05,9'S 164°00,4'W, Kurs 045°, Geschwindigkeit 5,3kn

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Samstag, 28. Oktober 2017

Weiterhin alles prima

Wind und Welle sind kooperativ und auch am dritten Morgen ist bei uns alles prima an Bord.
Unsere Position am 28.10.17 1704 UTC ist 15°42.5'S 165°51.6'
COG 047°
SOG 6.1kn

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Freitag, 27. Oktober 2017

Zweiter Morgen auf See

Wir hatten eine recht flotte Nacht und konnten die verlorene Höhe zu unserem Ziel wieder gut machen - wir sind also voll auf Kurs.
An Bord sind alle gesund und wohlauf, die Wetterbedingungen sind entspannt und wir haben sogar schon einen leckeren Fisch gelandet, den ersten Wahoo seit Jahren!
Wermutstropfen ist nur der Wassermacher, der gestern zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt den Geist aufgegeben hat, den ich hoffentlich auf Suwarrow reparieren kann.
Wir haben genug Wasser an Bord, dass wir nicht in Not geraten werden, aber der Komfort wird die nächsten Tage ein wenig leiden.
Unsere Position am 27.10.17 2107 UTC is 16°52.3'S 167°16.6'
COG 047°
SOG 5.9kn

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Donnerstag, 26. Oktober 2017

On the move again

We have left Niue last evening and are heading NE, aiming for Suwarrow.
It was very calm last night, with winds under 10 knots, but we managed to sail close hauled nicely on course.
As expected towards the morning the wind shifted a bit to the north of east, so we had to bear away a bit. It will shift back towards the south tonight - hopefully.
All is good aboard.
Our position on 26.10.17 1725 UTC is 18°18.1'S 169°25.3'
COG 022°
SOG 6.0kn

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Sonntag, 10. September 2017

Begegnungen der vierten Art


Ein Typ mit langen, grauen Haaren und Ledercowboyhut kommt mit seinem Beiboot auf uns zu. Ich steige aus dem Cockpit um ihn zu empfangen und winke freundlich. (Das Gespräch ist aus dem Englischen übersetzt).

>Hallo!<

Er kommt ganz heran und hält sich an der Bordwand fest.

>Habt ihr den Funk aus!?<

>Äh... Nö. Ist an. Wieso?<

>Ihr seid Olido?!<

>Was sind wir?<

>Die Yacht, Mann! Eure Yacht heißt Olido!<

>Alita.<

>Ja genau! Ich versuche Euch die ganze Zeit anzufunken!<

>Hab nichts gehört. Nur zwei, die sich in französisch auf Kanal 16 unterhalten. Warst Du das?<

>Davor! Ich hab Euch drei Mal angefunkt.<

>Sorry. Hab mich nicht angesprochen gefühlt. War wohl der Akzent.<

> Akzent!!!< Er schaut mich böse an.

>Egal. Was ist so wichtig?<

>Deine Yacht ist über meinem Anker!<

>Okay.< Ich blicke ungläubig zu seinem großen Katamaran, der mindestens 70 Meter von uns entfernt liegt. >Wollt ihr weg?<

>Nicht mehr. Es ist zu spät.<

>Tut mir leid. Aber ganz ehrlich, ich glaub nicht, dass ich auf deinem Anker liege.<

>Ich habe 80 Meter Kette draußen!<

>In fünf Meter Wassertiefe?! Bei Windstärke drei? Echt jetzt?<

>Ich kann so viel Kette geben wie ich will!<

>Ähh... Klar! Aber vielleicht wär's 'ne gute Idee, wenn du schon das sechzehnfache der Wassertiefe an Anker steckst, 'ne Ankerboje zu setzen?<

>Ich muss keine Ankerboje setzen!<

>Natürlich nicht! Aber dann reg dich bitte nicht auf, wenn andere über deinem Anker ankern.<

>Du musst ja nicht vor mir ankern, oder?! Ich bin seit 27 Jahren auf See unterwegs und man ankert nicht direkt vor einem anderen. Das tut man einfach nicht!<

>Okay. Nur, als wir vor vier Stunden hier geankert haben und ihr offenbar nicht an Bord wart, haben wir mindestens 30 Meter seitlich versetzt geankert... also eine gute Kettenlänge... und 90 Meter vor Euch... also eine dreifache Kettenlänge. Weil der Wind um dreißig Grad gedreht hat, liegen wir jetzt vor Dir und wenn er, wie vorhergesagt, noch weiter auf Nord dreht, dann sieht die Sache wieder anders aus. Und übrigens:...<

Ich habe mich an die andere Yacht im Ankerfeld erinnert, die ungefähr genauso weit entfernt von dem Katamaran auf der anderen Seite liegt. >...Du solltest dem da drüben Bescheid geben. Wenn Du wirklich 80 Meter Kette draußen hast, dann knallst du wahrscheinlich heute Nacht in den rein.<

>Ich versteh auch echt nicht warum ihr alle so nah an mir ankern müsst? Hier ist überall so viel Platz!<

>Das hat vielleicht damit zu tun, dass wir hier vor einer Hafeneinfahrt liegen und hier der einzige Ort in 70 Meilen Umkreis ist, wo man einkaufen kann?<

Das muss sich setzten und wir schweigen kurz. Er ist offensichtlich immer noch sauer und macht keine Anstalten weiterzufahren.

>Also was machen wir? Ich bin jederzeit bereit, wenn Du weg willst.<

>Ich wollte vorher weg. Jetzt ist zu spät! ...Du fährst ja heute noch?<

>Nein. Hatte ich nicht vor.<

>Na, super! Dann bleiben wir alle ein paar Tage hier, bis Du uns gnädiger Weise fahren lässt?!<

>Sag mal... Hast Du irgendwie einen schlechten Tag gehabt?<

>Pfttt!!<

>Ich hab Doch schon gesagt, dass ich jederzeit bereit bin, wenn Du weg willst. Außerdem muss ich mich höchstwahrscheinlich gar nicht bewegen, denn so wie der Wind gedreht hat, hat sich deine Kette um dutzend Korallenblöcke gewickelt und dein Anker liegt wahrscheinlich ganz wo anders.<

Wieder Schweigen. Noch immer scheint er etwas zu wollen.

>Also was ist? Was machen wir jetzt?<

>Das hängt von Dir ab.<

>Oh Mann! Was willst Du?<

>Eine Entschädigung.<

>Wie Entschädigung? Wofür?<

>Dafür, dass wir nicht fahren konnten.<

>Klar! Die 27 Jahre auf See haben dir offenbar nicht gut getan. Ich sag Dir, was wir jetzt tun. Du lässt uns in Frieden und wir ankern um. Tschüss!<

Wir haben daraufhin unseren Anker eine knappe halbe Meile entfernt von dem Katamaran geworfen. Das andere Boot in seiner Nähe ist eine halbe Stunde später umgezogen, in unsere Nähe....

Montag, 17. Juli 2017

Freiraum

Wir sind inzwischen fast zwei Monate in Tonga. Mit unserem Besucher, Michaelas Bruder Alex, sind wir von Tongatapu im Süden des Landes gestartet, quer durch die Ha’apai Gruppe gedümpelt und seit ein paar Wochen treiben wir uns nun in der Vava’u Inselgruppe im Norden herum.

Wir haben viele wunderschöne Ankerplätze besucht, nette Menschen kennengelernt, opferbereite Fische gefangen und verspeist – wir waren Schnorcheln, Tauchen, Kajak fahren, spazieren und sogar in einer Disco! Kurz gesagt, wir haben es uns gut gehen lassen, hatten eine schöne und entspannte Zeit. Eben genau was man von uns Weltbeseglern erwartet.

Dies ist unser dritter Besuch in dem schönen Königreich im Hinterland des Pazifiks seit 2013. Auch wenn die Entwicklung hier nicht gerade rasant voranschreitet, ist doch über die Jahre die eine oder andere Veränderung zu bemerken.

Direkt an der Uferpromenade in der Hauptstadt entsteht zum Beispiel gerade ein riesiger Protzbau, der im krassen Kontrast zum baufälligen und spartanischen Stadtbild steht. Das Gebäude wurde von seinen Architekten mit palastartigen Wandelbalkonen gestaltet und die Form des Daches greift landestypische Elemente auf. Es fällt aber allein dadurch komplett aus der Rolle, dass es fast doppelt so hoch wie die anderen Gebäude, etwa die dreifache Fläche des nächstgrößeren Gebäudes einnimmt und wahrscheinlich mehr gekostet als andere Häuser in Tonga zusammen!

Zunächst dachte ich, dass der König entweder sehr mutig oder sehr dumm ist, sich mit einem so abartig angeberischen Palast zu schmücken, während der Rest der Bevölkerung in Bretterbuden haust und sogar für die dringend nötige Reparatur strukturell wichtiger Bauten kein Budget vorhanden ist. So hat zum Beispiel die Markthalle in der Hauptstadt der Ha‘apais seit dem Sturm vor drei Jahren noch immer ein teilweise eingestürztes Dach. Statt das kulturelle Zentrum der Region zu sein, verkommt sie langsam zu einer Ruine.

Ich hätte aber eigentlich wissen müssen, dass sich heutzutage solche Protzbunker nur Banken bzw. Versicherungen leisten können. Ironischer Weise handelt es sich in diesem Fall um die neue Zentrale der tonganischen Entwicklungsbank. Also genau das Institut, das für die Förderung der Infrastruktur und Entwicklung des Landes und dem Wohlstand seiner Bürger sorgen soll.

Ein weiteres, einschneidendes Erlebnis hatten wir letzte Woche im Nordosten von Vava‘u, bei dem Besuch einer kleinen Höhle mit einem Süßwasserbasin, in dem man Baden kann. Wir waren vor Jahren schon einmal dort gewesen, aber nun standen dort in der Nähe ein paar Häuser und jemand hatte Stufen in den Hang betoniert. Außerdem tummelte sich eine größere Gruppe Tonganer auf ihren landestypischen Bastmatten am Strand und hielt ein Picknick ab, als wir dort mit dem Beiboot ankamen.

Die netten Tonganer hießen uns willkommen, boten uns von ihrem Essen an und zeigten uns auf unsere Nachfrage den Weg zu der Höhle, die wir nach ein paar Umwegen auch fanden. Als wir gerade dabei waren hinunter zu steigen, kamen zehn der jüngeren Tonganer dazu, folgten uns, sprangen ins Wasser und plantschen vergnügt… bis plötzlich von oben die aufgeragte Stimme einer englischsprachigen Dame ertönte, dass wir uns auf Privatgelände befänden und dieses umgehend verlassen sollten!

Als ich aus der Höhle kam und er aufgebrachten Dame gegenüberstand, entschuldigte ich mich zunächst für die ganze Aufregung, um der Begegnung die Schärfe zu nehmen. Dann wies ich sie aber höflich darauf hin, dass ihre Reaktion etwas überzogen sei, da wir niemanden stören, nichts verbrochen haben uns auf unserem Weg hierher nirgendwo ein Zeichen oder Schild zu entdeckt haben, das uns darauf hinweist, dass wir hier neuerdings nicht mehr willkommen sind - was erneut zu einem heftigen Gefühlsausbruch bei meinem Gegenüber führte.

Die Dame ist der Meinung, dass allein die Anwesenheit von ein paar Häusern und die Existenz einer Treppe in der Nähe der Höhle automatisch darauf hätte hinweisen sollen, dass wir dort nichts zu suchen haben. Auch wollte sie meinen Einwand nicht gelten lassen, dass es sich bei der Höhle um ein tonganisches Kulturgut handelt, zu dem man innerhalb gewisser Geschäftszeiten den öffentlichen Zugang ermöglichen sollte.

So wurden wir nicht nur alle von der Höhle vertrieben, die freundlichen Tonganer mussten sogar ihr Picknick am Strand abbrechen und mit ihren Booten weiterfahren.

Ich bin beileibe nicht gegen Privatbesitz und wenn jemand sich ein Häuschen bauen und einen Zaun darum ziehen will, dann bin ich der letzte der diese Privatsphäre nicht respektiert, solange die generelle Bewegungsfreiheit der Gesellschaft dadurch nicht eingeschränkt wird.

Aber mir gefällt auch, dass man in Tonga als Privatperson kein Land besitzen, sondern lediglich auf Lebenszeit oder maximal für 99 Jahre pachten kann. Das führt nämlich dazu, dass man hier generell überall willkommen ist und das ist einer der Hauptgründe warum mir dieses Land so viel besser gefällt als das benachbarte Fidschi. Dort gibt es, anders als in Tonga, viele Privatinseln und Privatstrände, die noch dazu häufig den Besitzer wechseln und man weiß nie so richtig, wo man gerade willkommen ist und wo nicht. Auch dort erwarten die Eigentümer, ähnlich wie die Dame bei der Höhle, dass man automatisch Bescheid weiß, wo man an Land gehen darf und wo nicht und reagieren ebenfalls sehr gereizt, wenn man unsichtbare Zäune überschreitet und nicht vorhandene Schilder missachtet.

Ein wesentlicher Grund warum ich mich draußen auf See wohler fühle als im überfüllten Europa, warum ich am Ende der Welt herumsegle, ist das Gefühl von freiem Raum um mich herum. Leider ist es aber so, dass man selbst hier im Verlauf von wenigen Jahren beobachten kann wie der Planet für uns Menschen zu klein wird und sich das Geld breit macht.

Montag, 22. Mai 2017

Alita's passage to Tonga - The End

We are in! In the night we anchored in front of Nuku Alofa and moved to the harbor the morning. We are trying to get the paper work done and then find a nice anchorage for the blow tomorrow!

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Sonntag, 21. Mai 2017

Alita's passage to Tonga - Finish

We had very favorable winds to make the final leg of our passage to Tonga a breeze.
Expecting to get to the entrance of Nuku Alofa around midnight.
Position at 21.05. 16:50 NZST
LATITUDE: 21-49.55S
LONGITUDE: 176-12.72W
COURSE: 052T
SPEED: 7.3kt

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Samstag, 20. Mai 2017

Alita's passage to Tonga - Part 6

Picked up anchor this morning, caught two yellow fin tuna on the way out and are now on the move to Tonga.
Wind is very light at the moment and we are motor sailing. We expect it to pick up later tonight.
Position at 20.05. 17:00 NZST
LATITUDE: 23-13.34S
LONGITUDE: 178-22.89W
COURSE: 057T
SPEED: 7.1kt

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