Sonntag, 3. August 2014

Besuch in Tonga

Seit zwei Wochen ist Victor nun zu Besuch und wir kreuzen fleißig durch
die wunderbare Inselwelt Tongas. Die erst Woche hatten wir Südwinde und
waren deshalb auf die Vava'u Gruppe beschränkt. Wir haben fast alle
Ankerplätze im Osten der Gruppe besucht, waren einige Male draußen im
Blauwasser um Fisch zum Abendessen zu fangen, sind zwischen den Inseln
gesegelt, haben Wale beobachtet und Höhlen betaucht.Den Rest der Zeit
haben wir uns mit Wandern, Schnorcheln und Schwimmen vertrieben. Victor
ist ganz fasziniert von der Klarheit des türkisblauem Wassers und dass
man selbst in 20 Meter Wassertiefe den Grund noch prima sehen kann – ein
Anblick, an den ich mich schon so gewöhnt habe, dass ich es als normal
betrachte. Ich bin schon wieder zu lange hier, wenn ich die Augen eines
Besuchers brauche, um die faszinierende Schönheit dieses Landes zu
entdecken.

In der zweiten Woche kam dann der erhoffte Windwechsel und damit die
richtigen Bedingungen für einen Ausflug in die Ha'apai Gruppe. Die
Überfahrt kann man bei Tageslicht schaffen, wenn man ein zeitig
losfährt. Wir haben die erste Chance genutzt und es war ein wenig rauh,
da sich der Wind mal wieder nicht an die Voraussage hielt und nicht ganz
so östlich blies, wie er laut dem Wettervorhersage-Computermodel
eigentlich sollte – aber dank der neuen Sprayhood blieb es im Cockpit
trocken und komfortabel.

Eine ganze Zeit lang wurden wir in den höchsten Wellen von drei
adoleszenten Walen verfolgt. Die Jungs waren so interessiert an uns,
dass ich die Fischköder einholen musste, weil ich befürchtete sie zu
verletzten. Tatsächlich kamen sie so nahe ans Heck von Alita, dass wir
sie fast hätten streicheln können.

Überhaupt muss man inzwischen ständig auf der Hut sein, dass man nicht
aus Versehen einen Wal überfährt. Die ersten Walkühe haben inzwischen
Babies bekommen und dümpeln tagelang stationär im Wasser, während der
Nachwuchs um sie herum tobt, wenn er nicht gerade gesäugt wird. Die drei
Meter großen „Kleinen" müssen in den nächsten paar Wochen viel von der
nahrhaften Muttermilch trinken, damit sie noch größer und noch stärker
werden und für den langen Rückweg in die Antarktis im October gewappnet
sind.

Wenn man ganz vorsichtig ist und gebührend Abstand hält, kann man die
Mütter mit ihren Kindern beobachten, ohne sie zu stören – zumindest
lassen sie sich hier in Tonga nicht stören, denn sie sind menschliche
Schwimmer gewöhnt. Die Haupteinahmequelle der örtlichen Tourunternehmer
ist das Schnorcheln mit den Walen, wobei die Schnorchelführer sehr drauf
bedacht sind, dass die Touristen den Walen nicht zu dicht auf den Pelz
rücken. Anbei ein Bild von Victor bei einem seiner Walschnorchelgänge.

Inzwischen sind wir wieder zurück in Vava'u, wo Victor seine letzten
Tage in Tonga verbringen wird. Immer wenn er sich darin erinnert, dass
er in wenigen Tagen in seinen Flieger zurück nach Neuseeland und dann
Deutschland steigt, wird er fast ein wenig wehmütig. Damit das nicht
passiert gibt es jede Menge Ablenkungsprogramm. Er hat gelernt zu
Skurfen – also auf einen Surfbrett hinter dem Dinghy Wasserski zu fahren
und auf Palmen zu klettern. Außerdem werden wir noch ein paar
Ankerplätze besuchen, die wir bisher ausgelassen haben, damit zu Zeit
zum Flug wie im Flug vergeht.

Dienstag, 15. Juli 2014

Die verpasste Meisterschaft

Ich bin weiterhin in Vavau, der nördlichsten Inselgruppe von Tonga und
inzwischen ganz alleine mit Alita. Letzte Woche ist der Rest der Crew
ausgestiegen, die mich von Neuseeland aus begleitet hat. Vielen Dank
nochmal auf diesem Wege anMarius und seine Kochkünste und an Matt für
seineFischkünste. Ich hab noch nie so gut und ausgiebig Fisch gegessen,
wie in den letzen Wochen!

Eigentlich wollte ich ja in der Nähe des Hauptdorfes Neiafu bleiben,
damit ich die Finalspiele der WM sehen kann. Doch da haben mir die
Tonganer bzw. die Fijianer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die
Fernsehgesellschaft aus Fiji, die den Norden von Tonga mit
Satellitenfernsehen versorgt, hat die Vermarktungsrechte nur für ihr
Land erworben – also keine WM im Tonganischen Fernsehen! Für
Livestreaming ist das Internet hier viel zu langsam und da sich in
Ozeanien sowieso niemand genug für Fußball interessiert, um zum
Frühstück schon so viel Aufwand zu betreiben, ist die WM in Vavau
kurzerhand ausgefallen. Umso ärgerlicher für mich, dass die Bundeself
ausgerechnet dieses Jahr den Pokal holt! Aber auch wenn ich nicht dabei
sein konnte und mich sehr darüber ärgere, gratulatiere ich Allen die
durchs Mitfiebern zum Titel helfen konnten.

Statt mich über Schiedsrichterfehlentscheidungen und stolpernde Stürmer
ärgern zu müssen, hing ich also auf den gut geschützten, friedlichen
Ankerplätzen der Inselgruppe herum, genieße die erzwungene Ruhe und
schreibe. Vom gestrigen Ankerplatz aus konnte man die große südliche
Lagune einsehen, wo sich einige Male die Wale tummelten. Inzwischen sind
sie in größeren Zahlen hier. Vorgestern wurde eine Gruppe von 9 Walen
gesichtet und es werden immer mehr.

Am Wochenende kommt Victor zu Besuch, der in Neuseeland schon mal auf
Alita war. Er bringt seinen brasilianischen Freund Bruno mit, falls die
beiden nach dem Halbfinale noch miteinander sprechen! Die
Wettervorhersage sieht gut aus und wenn die Bedingungen mitspielen,
werden wir ein paar Ausflüge zu den abgelegenen Inseln machen. Ich freu
mich schon.

Anbei – falls der Upload klappt - noch ein Bild von Kalefisia, wo wir
vor ein paar Wochen waren.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Die Wale kommen

Ein Blas und kurz darauf ein paar eindrucksvolle Flossenschläge mit meterhohen, weißen Schaumfontänen - nur ein paar hundert Meter entfernt. So hat sich heute die erste Begegnung mit einem Wal angekündigt. Seit ein paar Tagen schon hören wir von vereinzelten anderen Seglern, dass die Wale in Tonga angekommen sind. Heute sehen wir sie selbst zum ersten Mal dieses Jahr. In den nächsten Wochen wird die ganze Horde eingetroffen sein und dann wird das, was wir heute gesehen haben, zu einem täglichen Schauspiel. Höchste Zeit die neue GoPro-Kamera ausführlich testen. Hoffentlich gelingt es mir im nächsten Monat ein paar gute Aufnahmen zu machen. Zeigen kann ich sie aber erst späte, wenn ich in Samoa besseres Internet habe.

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Montag, 23. Juni 2014

Pangai

Nach ein paar weiteren malerischen Zwischenstationen sind wir in Pangai angekommen, der Hauptstadt der Ha'apai Inselgruppe von Tonga. Hier sind nun auch die Auswirkungen des starken Wirbelsturms zu spüren, der hier vor ein paar Monaten im Südsommer getobt hat. Die Sturmmauer des Hafens ist teilweise leicht beschädigt, die hübschen Bäume auf der Uferpromenade haben viele Äste verloren, das Dach der neuen Markthalle ist an einer Stelle eingestürzt und von einigen Häusern in Wassernähe steht nur noch das Fundament.
Trotz der Schäden bin ich aber letztlich überrascht, wie viel den Sturm überlebt hat. Die meisten Häuser hier sind eher Bretterbuden mit genagelten Blechdächern. Man glaubt kaum, dass diese einem Wirbelsturm der Kategorie 5 mit Windstärken von knapp 200 Stundenkilometer standgehalten haben. Eigentlich gibt es nur dort schlimmere Schäden, wo zusätzlich zum Wind auch das Wasser über die Ufer getrieben wurde und Wellen bei der Zerstörung geholfen haben.
Leider kann ich seit wir Neuseeland verlassen haben keine Fotos posten, da das Internet hier in Tonga äußerst schlecht ist. Es wird also wahrscheinlich auch die nächsten Monate keine Fotos geben - tut mir leid.
Wir werden in den nächsten Tagen weiterfahren, da es hier in Pangai keinerlei Frischwaren gibt. Die Einwohner, die normalerweise den Markt betreiben, sind wohl alle mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Wir werden also nach Vava'u fahren müssen um zu proviantieren und dann wieder zurück fahren.

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Dienstag, 17. Juni 2014

Ha apai

Wir haben ein paar Tage in der Nähe von Tongatapu verbracht. Erst waren wir im Hafen beim Einklarieren und Vorräte auffüllen. Dann lagen wir außerhalb vor Anker, bei den Inselchen Atata und Pangaimotu, wo Big Mama eine Bar hat - und natürlich haben wir unsere gelungene Überfahrt gebührend gefeiert.
Am Wochenende sind wir dann zur Ha'apai Gruppe aufgebrochen. Die "Überfahrt" ging recht flott. Nach nur 7 Stunden haben wir vor Kalefisia den Anker gesetzt. Das ist ein wunderschöner Ankerplatz, bei dem man vor einem Sandstrand unter einem weißen Kliff in klarem Wasser zwischen Korallenriffen ankert und fast rund herum brechende und tobende Wellen beobachten kann. Es ankern nicht viele Leute hier, weil es sehr schauckelig ist, wenn man die Längsachse des Bootes nicht quer zu den Wellen ausrichtet - und dazu braucht man mindestens zwei Anker und ein paar gute Ketten, was viele nicht zu haben scheinen. Wir waren drei Tage dort und außer uns haben nur zwei andere Boote dort versucht zu ankern - alle anderen sind sofort weiter gefahren. Die beiden Mutigen sind nach einer Nacht weitergefahren, weil sie ganz schrecklich herumgeschauckelt wurden und das obwohl sie gesehen haben, dass wir ganz ruhig lagen. Sie wollten aber weder Hilfe noch Rat annehmen. Manchmal fällt es mir echt schwer, meine Seglerkollegen zu verstehen.
Inzwischen sind auch wir weiter gezogen, zu einem fast noch schöneren Ankerplatz vor Telekivavau. Hier liegt man ein klein wenig geschützter, in einer kleinen Lagune zwischen Insel und Riff. Auf der Insel ist eine verlassene Hotelanlage, die wir heute erforschen wollen. Wir sind schon sehr gespannt.

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Donnerstag, 5. Juni 2014

Angekommen in Nuku Alofa

Nach zwei anstrengenderen Segeltagen sind wir sind gerade in der Hauptstadt von Tonga angekommen. Die ganze Fahrt war "Am Wind", also mit starker Schräglage und ruppigen Wellen. Der Wind hat stetig zugenommen und nachdazu hatten wir die ganze Zeit mindestens 1 Knoten Gegenströmung. Kein Problem für das Boot, aber unangenehm für die Mannschaft. Meine Crew ist bei diesen Bedingungen an ihre Grenzen gekommen - einer musste sich übergeben und der Andere war kurz davor.
Für Alita und speziell den neuen Dodger war diese Etappe ein weiterer guter Test, nach dem großen Umbau. Trotz jeder Menge überkommendem Wasser, war es im Cockpit bist zum Schluss trocken. Nur kleine Spritzer haben sich unter den seitlichen Vorhängen durchgeschlichen. Auch das neue Großsegel hat sich erneut bewährt. Selbst im zweiten Reff liefert es noch kräftigen Vortrieb, wo das alte Segel nur gebremst hat.
Wir sind nun alle ein bißchen müde, aber alle sehr glücklich - die beiden Crewmitglieder, weil wir endlich da sind - und ich, weil es trotz der schweren Bedingungen eine Kaffeefahrt war.

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Mittwoch, 4. Juni 2014

Unterwegs nach Tonga

Wir haben Minerva Nord verlassen und sind nun auf dem WEg nach Tonga.
Eigentlich wollten wir ja nochmal nach Südminerva, aber leider wird nun, da die Gezeiten wieder besser werden, das Wetter schlecht. Aber so ist das eben beim Segeln. Den Fahrplan bestimmt die Natur.
Wir hatten eine schöne Zeit in Mierva, haben einige Lobster gefangen, ein paar Mahimahi (Goldmakrelen), einen massigen Snapper und einen großen Thunfisch von 23kg. Man hat uns also mit Meeresfrüchten verwöhnt. Gestern abend, etwas außerhalb von Minerva haben wir dann sogar noch eine Schule kleine Wale bewundern dürfen. Wir vermuten es waren entweder Fake Killerwale oder Pilotwhales.
Heute Nacht kommen wir wohl auf Tongatapu an, wo wir morgen einklarieren.

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Dienstag, 27. Mai 2014

Umzug nach Nord Minerva

Leider war das Wetter gestern nicht besonders gut. Ein Trog zog über uns hinweg. Es hat viel geregnet, der Himmel war den ganzen Tag bedeckt und es hat aus allen Himmelsrichtungen geweht. Wegen des schlechten Wetters haben wir den geplanten Tauchausflug ausfallen lassen und auch heute morgen war das Wetter nicht sehr einladend. Wellen aus Westen haben in die Lagune gedrückt und der Wind war unangenehm.
Also haben wir kurzerhand heute morgen den Anker in Süd-Minerva gelichtet und sind nach Nord-Minerva umgezogen, wo wir bereits mittags wieder gut verankert waren. Der Umzug war ohnehin spätetens für morgen geplant, da nun in der Tidenberechnung die Springzeit beginnt. Es ist Neumond, das heißt Mond und Sonne ziehen die nächsten Tage fast gleichzeitig über uns hinweg - und das bedeutet höhere Hochwasser, was in Südminerva zu argem Geschauckel führt.
Das Riff dort ist nicht besonders hoch und so kommt bei Hochwasserstand immer Welle über. Die schwappt praktisch auf allen Seiten über das kreisrunde Riff und setzt sich im Inneren fort. Das bedeutet eine unangenehme Kreuzsee für eine gute Stunde zweimal am Tag.
In Springzeiten ist das Geschauckel stärker und hält länger an - und das ist der Grund warum wir nun eine Woche in Nord-Minerva leigen. Hier ist das Riff so hoch, dass mal selbst bei Springtidenhochwasser ruhig liegt. Leider ist es hier zum Schnorcheln und Tauchen nicht so schön, aber dafür kann man hier besser Langusten jagen und lecker zubereiten. Außerdem müssen wir Brot backen und Bier abfüllen - uns wird also sicher nicht langweilig.

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Samstag, 24. Mai 2014

In Minerva Süd

Eine Traumpassage. Nach fünf Tagen Champagnersegeln, mit einigen Tagen und Nächten unter Spinnaker sind wir gerade in Minerva Süd eingelaufen und liegen nun vor Anker. Vor uns das Riff und hinter uns geht die Sonne unter. Jetzt gibts erst mal ein, zwei Ankerbier und frischen Fisch vom Grill, den wir beim Einlaufen gefangen haben. Hier werden wir ein paar Tage bleiben!

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Dienstag, 20. Mai 2014

Alles wie erwartet

Wir sind nun zwei Tage unterwegs auf der Fahrt ins Minerva Riff und mit ca. 150 Seemeilen pro Tag voll im Plan.
Am ersten Tag mussten wir 5 Stunden motoren um dem Windschatten von Neuseeland zu entkommen, danach hatten wir sehr leichten Wind, aber immer gerade genug zum Segeln. Gestern Nacht haben die Wellen stark zugenommen, leider nicht so der Wind. Also sind wir derzeit hauptsächlich damit beschäftigt die Segeln nicht allzu sehr schlagen zu lassen. Ich erwarte, dass sich die Situation im Laufe des Tages beruhigt und die Fahrt wieder gemütlich wird.
Gestern hat MAtt 4 Fische gefangen - zwei kleine Tunas und zwei kleine Goldmakrelen. So kann es weitergehen - noch etwa drei weitere Tage.

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