Donnerstag, 18. Juli 2013

Abschied auf Tahiti


Es war eine schöne, geruhsame Reise durch die Tuamotus von Französisch Polynesien. Nach meinem letzten Eintrag aus dem wunderschön einsamen Atoll Tahanea, wo wir mit diversen befreundeten Yachten insgesamt elf Tage verbrachten,  waren wir anschließend noch im Atoll Fakarava.

Fakarava ist sowohl touristisch erschlossen als auch Teil der internationalen Barfußroute und des amerikanischen Puddle Jumps (so etwas wie die ARC, nur für den Pazifik). Kein Wunder also, dass dort mehr Menschen und vor Allem viel mehr Segelboote anzutreffen sind. Eine gute Gelegenheit sich wieder an den Trubel zu gewöhnen, was uns nach ein paar Monaten Abgeschiedenheit relativ schwer fällt.

Ungünstige Wetterbedingungen zwangen uns dann fast eine Woche dort auszuharren, obwohl wir dort nur ein paar Tage bleiben wollten. Aber eine heftige Front machte uns einen Strich durch die Rechnung und führte erst zu Starkwind aus Nord und dann zu einer steifen Brise aus Süd, was wohl einige der  Barfußsegler völlig überrascht hat. Sie fühlten sich innerhalb des Atolls offenbar so sicher, dass sie die Wettervorhersage nicht verfolgten. Dummerweise erstreckt sich Fakarava über dreißig Meilen von Nord nach Süd, was bei stärkeren Winden entlang der Achse selbst innerhalb des Riffs auf der windabgewandten Seite zu hohen Wellen führt.

Während wir uns bei Nordwind im Schutz des nördlichen Riffs befanden und mit der Winddrehung nach Süden umzogen, um dort wieder optimal geschützt zu sein, fuhren einige Boote andersherum, bzw. bewegten sich gar nicht. Bei den Meisten führte das zum Glück nur zu einigen rauhen Stunden und intensiver Ankerwache. Bei zwei Booten jedoch, deren Kette sich in den Korallen verhängt hat, hat es die Ankerwinch herausgerissen und ein weiterer Unglücksrabe hat seinen Anker sogar ganz verloren und wurde auf das Riff gespült. Ein Loch mit einem halben Meter Durchmesser und diverse Risse in der Außenhülle waren die Folge. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Während jeweils am anderen Ende des Atolls das Drama tobte, verbrachten wir ein paar entspannte Tage zu zweit, nachdem unser Besuch nun wieder nach Deutschland abgereist ist, wo er nach acht Wochen Fisch gerade einen deftigen Schweinebraten geniest – wir sind hier nur ein bisschen neidisch, ein ganz klein bisschen!

Ich habe in dem Skipper einer befreundeten Yacht einen erfahrenen Tauchpartner gefunden, mit dem ich gemeinsam den Drifttauchgang in berühmten Süddurchfahrt von Fakarava wagen konnte, wo man in glasklarem Wasser die bunte Korallenvielfalt, viele große Fische und natürlich jede Menge der allgegenwärtigen Haie bewundern kann.

Als sich das Wetter endlich beruhigt hatte, sind wir weiter nach Tahiti, wo uns der „Stress“ nun gänzlich zurück hat. Hier auf der großen Insel ist das Leben fast europäisch hektisch, die Behörden wollen ihren Papierkram erledigt wissen, unsere leeren Proviantkammern wollen mit „erschwinglichen“ Lebensmitteln gefüllt werden und außerdem findet man in Papeete die einzigen Bootsbedarfsläden in mehr als eintausend Seemeilen Umkreis. Die Kombination dieser Umstände und die Tatsache, dass man die schöne Insel auch ein wenig besichtigen will, führt zu langen Tagen und wenig Schlaf.

Dabei hatten wir uns mit Port Phaeton, am abgelegenen Südende von Tahiti Nui noch die ruhigste Ankerbucht ausgesucht, weil wir dort mit allen unseren neuen Segelfreunden, denen wir auf den Gambier Inseln begegnet waren und die uns auf dem gemeinsamen Weg durch die Tuamotus immer wieder begleitet haben, auf ein letztes Treffen verabredet waren. Es waren tolle Wochen mit tollen Leuten und wir waren ein bisschen traurig, als wir uns gestern bei einer letzten abendlichen Zusammenkunft verabschieden mussten. Wir werden uns mit Alita in den nächsten Wochen wieder wesentlich schneller durch die Inselwelt bewegen, als unsere dümpelnden Freunde, so dass wir diese erst wieder kurz vor Neuseeland treffen werden.

Nun liegen wir am Ankerplatz vor der Marina Taina, in der Nähe von Papeete, zusammen mit über einhundert anderen Yachten, die sich auf engstem Raum quasi stapeln. Der Funkverkehr auf Kanal 16 ist ununterbrochen und jede Minute fährt ein Motorboot vorbei. Hilfe! Nur gut, dass wir morgen schon weiterfahren nach Moorea, wo es hoffentlich ein klein wenig ruhiger ist.

Samstag, 22. Juni 2013

Ein Paradies im Paradies

Vor einer etwa zwei Wochen haben wir das traumhafte Amanu verlassen und einen kleinen Abstecher ins Nachbaratoll Hao gemacht, um dort Proviant aufzustocken. Hao war früher eine Nachschubasis des französischen Militärs, als die großen Jungs noch mit Atombomben in Murorora und Fangataufa gespielt haben. Die Basis wurde schon vor vielen Jahren aufgegeben, aber leider finden derzeit die Abrissarbeiten statt und es empfing uns eine große Wolke Betonstaub, die uns nach kurzer Zeit wieder von dort vertrieb.

In der Folge steuerten wir das Atoll Makemo an, wo uns ein blitzsauberes Städtchen mit einem bemerkenswert großen Leuchtturm und einem schicken Pier erwartete. Dort haben wir auch bisher das schnellste Internet und die bestsortiertesten Supermärkte in Französisch Polynesien gefunden. Eigentlich wollten wir ein paar Tage länger bleiben, aber aus unerklärlichen Gründen, die wohl mit kalten Meeresströmungen zusammenhängen, hält sich der Wind in Makemo selten an die Wettervorhersage und bläst viel stärker, als im Rest der Tuamotus. In der extremsten Nacht, in der ein laues Lüftchen mit 10 Knoten aus nördlichen Richtungen vorhergesagt war, hatten wir stattdessen eine steife Brise aus Südost mit Böen bis zu 40 Knoten. Obwohl uns das Atoll und seine Ankerplätze wirklich gut gefallen hätten, trieben uns die widrigen Windverhältnisse weiter und so landeten wir im Atoll Tahanea - und damit direkt in einem weiteren Highlight der Reise.

Hier liegen wir mal wieder im Schutz einer sandgesäumten Palmeninsel in türkisblauem Wasser, was an sich nichts Besonderes mehr ist. Aber hier sind die Inseln noch schöner, das Wasser noch kristallklarer und die Aussicht noch postkartiger. Es gibt hier (wie fast überall außer Hao) keine Mücken, noch nicht einmal Fliegen und selbst die allgegenwärtigen Riffhaie machen sich in Tahanea so rar, dass man sogar in Ruhe ein paar Fische fangen kann, ohne dass sie einem den Fang streitig machen. Außerdem kann man hier Langusten und Muscheln finden, so dass regelmäßigen Diners mit köstlich frischen Meeresfrüchten nichts im Wege steht.

Ich denke es ist keine Überraschung, wenn ich Euch sage, dass wir hier noch ein bisschen bleiben werden.

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Mittwoch, 5. Juni 2013

Tuamotus

Fast habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich so lange nichts geblogt habe. Anderseits genieße ich den Urlaub am Ende der Welt vom Rest der eben selben viel zu intensiv. Dazu kommt, dass es nicht wahnsinnig viel zu erzählen gibt.
Wir treiben uns immer noch in Französisch Polynesien herum, genauer gesagt im Atoll Amanu, mitten in den Tuamotus. Hier gibt es keinen Flughafen und deswegen ist man ganz weit weg von Allem und Jedem, ausgenommen von ein paar Einheimischen und wenigen Seglern. Ich genieße die Abgeschiedenheit und die Ruhe sehr. Es tut gut, dass wir ausnahmsweise mal keine Pläne haben und keine Seemeilen zurücklegen müssen. Ich stehe morgens auf und finde mich vor der schweren Entscheidung, ob ich nun im kristallklaren, türkisblauen Wasser bade, fische oder schnorchle. Alternativ könnte ich auch zu Fuß eine Palmeninsel oder das Außenriff erkunden, Strandgut sammeln und frische Kokosnüsse schlürfen. Und wenn ich an einem Ankerplatz alles das gemacht habe, dann fahren wir einfach ein paar Meilen weiter, wo es genauso, oder sogar noch schöner ist. Es ist fast paradiesisch und wenn ihr Euch einfach die Fotos in der Bildergalerie anseht, dann wisst ihr was ich meine.
Ein besonderes Highlight der letzten Wochen war mit Sicherheit die Hochzeit in dem kleinen Dorf in Amanu, zu der wir eingeladen waren. Die Festivitäten zogen sich über einen ganzen Tag, mit Stadesamt, Kirche, Taufe und gemeinsamen musizieren. Abends wurde dann feierlich der Erdofen geöffnet und es gab Schwein und Fisch für das ganze Dorf und auch für uns paar Segler.
Wie überall in Polynesien sind die Menschen auf Amanu unglaublich freundlich und freigiebig. Sie schenken uns Muschelketten, laden uns zum Feiern und Trinken ein und es fällt uns mit unseren bescheidenen Bordmitteln wirklich schwer uns entsprechend zu revanchieren.
Auch erwähnenswert ist das sogenannte Sternriff, ein ganz besonderer Ankerplatz hier in Amanu. Fast direkt in der Mitte des Atolls ist eine Korallenformation die von ihrem Zentrum drei Arme fast symetrisch nach außen streckt, wie Lichtstrahlen eines Sterns. Auf der einen Seite des Sterns kann man in seichtem Wasser auf weißem Sand ankern. Versteht sich von selbst, dass dieser Platz ein erstklassiges Schnorchelrevier ist und es fühlt sich irre an, ganz allein so weit draußen in nur drei Meter Wassertiefe zu liegen, umgeben nur von Fisch und Korallen.
Der einzige Wermutstropfen im Paradies von Amanu sind die vielen Riffhaie, die sich überall herum treiben. Eigentlich bin ich ja ein Freund dieser hübschen Fische und sehe sie mir beim Schnorcheln gerne an, wie sie majestätisch durchs Wasser gleiten. In der Größe in denen sie uns hier begegnen, bis maximal eineinhalb Meter, muss man vor den Tieren auch keine Angst haben, wenn man gewisse Spielregeln befolgt.
Leider haben sich die lieben Haie aber seit Neuestem darauf verlegt mir immer dann, wenn ich einen besonders schönen Fisch an der Angel habe, diesen direkt vom Hacken zu fressen, bevor ich ihn an Land bzw. ins Boot bringen kann. Das ist in den letzten Tagen bereits zweimal passiert und hat einerseits dazu geführt, dass wir keinen frischen Fisch zum Abendessen genießen durften haben und anderseits dass meine freundschaftlichen Gefühle gegenüber dem Kollegen Hai wesentlich abgekühlt sind.
Wir werden sehen, wie diese (Liebes-)Geschichte weiter geht und natürlich werde ich hier darüber berichten, genau wie über alles andere Interessante, das uns so wiederfährt. Ihr verpasst ganz bestimmt nichts Wichtiges, auch wenn zu befürchten ist, dass sich die Frequenz meiner Blogbeiträge in nächster Zeit nicht wesentlich erhöhen wird - schaut Euch einfach nochmal die Bilder an und verzeiht mir.

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Sonntag, 5. Mai 2013

Aloha Südsee

Vor ein paar Tagen sind wir angekommen, in der Südsee. Dort wo die palmengesäumten Strände und das türkisfarbene Wasser zuhause sind, wo die Menschen überaus freundlich sind und alle ganz viel Zeit haben. Hier lassen wir die nächsten 6 Monate die Seele mit uns in der Hängematte baumeln und fünf gerade sein.
Unser Einklarierungshafen im Paradies sind die Gambier Inseln in Französisch Polynesien, genauer gesagt die Polizeistation im Örtchen Rikitea auf Mangareva. Bevor wir aber dort hingelangen, jagt uns Alita nochmal einen kleinen Schreck ein.
Als wir nämlich vor dem Riff den Motor anwerfen, ertönt plötzlich der Öldruckalarm. Also Motor schnell wieder aus und erst mal Lage checken. Öl ist drin und auch sonst scheint alles normal. Höchstwahrscheinlich ein elektrisches Problem, aber hier am Arsch der Welt will ich kein Risiko eingehen. Der Wind ist günstig, also segeln wir an unseren Ankerplatz, durch teilweise sehr enge Riffpassagen. Das ist nur möglich, weil sowohl die Seekarte als auch die Betonnung hier ganz ausgezeichnet sind, dank der Franzosen und ihren Atomtests (hier war die Beobachtungszentrale). Jeder Korallenkopf innerhalb des Riffs ist einzeln kartographiert. Ganz erstaunlich! Vor allem wenn man aus Chile kommt, wo das wahre Leben um bis zu drei Kilometer von der Seekarte abweichen kann.
Am Ankerplatz angekommen feiern wir erst einmal die geglückte Pazifiküberquerung. Das Einklarieren ist ganz problemlos (nur einen Zettel ausfüllen und dann selbst zu Post bringen). Genauso ist die "Motorreparatur" letztlich ein Kinderspiel. Obwohl ich erst vor 10 Motorstunden in Puerto Montt das Öl gewechselt habe, mache ich das nochmal. Das Öl ist recht schnell, sehr schwarz geworden und ich befürchte die chilenische Ölqualität ist schlecht. Zum Glück habe ich noch 10 Liter gutes Öl und diverse Ölfilter an Bord. Dann noch schnell den Öldruckschalter aus- und wieder einbauen, diverse Kontakte und Stecker mit Kontaktspray benebeln… und Alita ist wieder glücklich. Und wir erst!
Seither erforschen wir Land und Leute. Erst sind wir etwas verwundert, dass es hier nirgendwo frisches Obst oder Gemüse einzukaufen gibt, bis wir feststellen, dass man lediglich bei den netten Polynesiern zuhause nachfragen muss. In deren Paradiesgärten wachsen zuckersüße, riesige Grapefruit, Brotfrüchte, Papayas, Goyabas, Bananen, Kokosnuss und wenn man höflich bittet, geben sie einem gern und reichlich - so viel, dass man es kaum tragen kann.
Natürlich gib es hier auch eine Bäckerei in der man täglich frisches, knackiges Baguette bekommt. Sonst nichts. Klar, wir sind schließlich in Frankreich.
Nach ein paar Tagen Erholung in Rikitea haben wir dann wieder den Anker gelichtet und sind ein bisschen im Atoll herumgesegelt, haben kleine, menschenleere Paradiesinseln mit weißen Stränden für uns erobert und schnorchelnd und spazierend ein wenig die Natur erforscht. Das werden wir die nächsten Tage weiter machen, bis in einer Woche der Sebastian ankommt, der mit uns auf der nächsten Etappe zwei Monate lang die gesamten Tuamotus unsicher machen wird.
Unser anderer Dauergast, der eigentlich noch bis nach Neuseeland mitfahren wollte, hat uns hier verlassen. Das Leben auf dem Segelboot war ihm wohl letztlich doch zu langweilig und man muss auch ganz ehrlich sagen, dass wir nicht so gut zusammen gepasst haben. Obwohl er wirklich ein sehr netter Mann ist und sehr gut deutsch gesprochen hat, gab es immer wieder kulturelle und kommunikative Missverständnisse und eine locker flockiger Umgang miteinander ist nur schwer möglich, wenn bei der Übersetzung ein Großteil der Message verloren geht.
Aber wir haben von Anfang an gewusst, dass so lange miteinander zu segeln durchaus schwierig sein kann und bereits zu Beginn ausgemacht, dass unsere Vereinbarung von beiden Seiten jederzeit kündbar ist. Nun gehen wir rechtzeitig und in Frieden auseinander, bevor es zum Streit kommt. Wenn man bedenkt, dass sich andere Crews innerhalb von drei Wochen auf einer Atlantiküberquerung so sehr zerfleischen, dass es zu Mord und Totschlag kommt, dann sind wir in den letzten 7 Wochen über den Pazifik ganz ausgezeichnet miteinander ausgekommen.

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Freitag, 26. April 2013

Pitcairn

Seit wir die Osterinsel verlassen haben, sind wir gut 8 Tage und über 1100 Seemeilen unterwegs. Am Anfang ging es zügig voran, dann kurz vor Ducie Island (die ebenfalls zu den Pitcairn Islands gehört) hatten wir einen Tag lang Flaute.
Eigentlich wollten wir versuchen auf Ducie anzuhalten, aber trotz der Windstille war es unmöglich sich der Inseln zu nähern. Riesiger Schwell aus Süd stand auf der einzigen Stelle, die auf der Karte wie eine Einfahrt ins Riff aussieht und wunderschöne vier Meter hohe brechende Surferwellen waren dort. Keine Chance auf Einfahrt und wahrscheinlich wäre das Wasser auch ohnehin zu seicht gewesen.
Es gibt schon einen Grund, dass auf der Seekarte von Ducie keine Tiefenangaben sind. Wahrscheinlich war da noch nie einer drin, weil die Bedingungen nur an wenigen Tagen im Jahr geeignet dort mit einem kleinen Boot hinein zu kommen. Und sollte man wirklich mal drin sein, muss man Angst haben bei aufkommenden Südschwell mehrere Monate warten zu müssen, bis man wieder rauskommt.
Vor dem Riff wollte ich nicht Ankern, denn das hätte bedeutet viele Korallen zu zerstören. Also ging es ohne Stopp weiter mitten in eine sich auflösende Occlussions-Front hinein, Richtung Pitcairn Island. Mit 35 Knoten achterlich ging es bei gänzlich bedecktem Himmel recht flott voran. Leider hatten wir dazu eine blöde Kreuzsee und ordentliches Geschauckel.
Nach einer sehr ungemütlichen Nacht wurde das Wetter und die Wellenbedingungen immer besser, der Wind hielt aber an und so kam bereits heute Morgen zum Frühstück Pitcairn Island in Sicht. Wie sich aus der Nähe heraus stellte, ist es eine wirklich schöne kleine Insel und die Bewohner in Adamstown scheinen ebenfalls sehr nett zu sein. Zumindest konnten wir das vom Funkverkehr erahnen, auf dem eine Inselparty für ein französisches Navyschiff organisiert wurde.
Leider hatten wir wieder Pech, denn wegen des starken Ostwindes, gepaart mit Schwell aus SW und SO war Ankern vor der Insel so gut wie unmöglich. Außerdem konnte das örtliche Wassertaxi bei den Bedingungen nicht fahren, und damit war uns die einzige Chance verbaut dort an Land zu kommen.
Wir wollten wirklich sehr, sehr gerne Pitcairn Island sehen, denn so oft kommt man im Leben dort nicht vorbei. Aber ohne Aussicht auf Wetterbesserung die nächsten vier Tage an einem extrem ungemütlichen Ankerplatz ausharren? Nein. Das wollten wir auch nicht.
Also sind wir schweren Herzens weitergefahren. Noch zwei Tage, dann sind wir auf Mangareva und dürfen endlich mal wieder an Land. Dort ist die Einfahrt auf jeden Fall möglich.

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Dienstag, 16. April 2013

Moai! Überall Moai!!!

Die Osterinsel erfüllt eigentlich alle Erwartungen, die man an sie stellt. Sie ist wahnsinnig grün, fast neongrün, was sich schön mit den roten Felsen beißt. Und sie ist total weit ab vom Schuss. Bis auf die Pitcairn Inseln, wo wir als nächstes hinfahren, ist keine weiter weg vom Festland. Dementsprechend ruhig und beschaulich geht es hier zu.
Ach ja, und dann stehen und liegen noch gefühlte tausend Moais in der Landschaft herum und glotzen von erschreckt bis schmollend, wahrscheinlich weil sie ihren roten Hut verloren haben. Naja eigentlich hatten vor hundert Jahren alle am Ufer den Kopf schon in den Sand gesteckt, wegen diverser Stürme und Tsunamis. Von 1964 bis 1996 wurden dann viele wieder aufgestellt, um die Touristen anzulocken. Ganz ehrlich: Ohne die Figuren würde heute niemand auf diese karge Insel fahren - außer uns verrückten Seglern natürlich, da sie so praktisch in der Mitte des Pazifik liegt.
Versteht mich bitte nicht falsch. Es ist hier schon sehr schön und die Leistung der Insulaner, die Figuren mit der Hand aus dem Felsen zu hauen und dann einige Kilometer bis ans Ufer zu schaffen, das ist schon eindrucksvoll. Aber während man noch staunt, fragt man sich unwillkürlich nach dem Warum. Immerhin sind sie heute die Einkommensgrundlage der Insulaner, auch wenn sie damals fast zu Ausrottung der selbigen geführt hätten.
Wir haben jedenfalls ein paar schöne Tage hier verbracht. Von unserem ersten Ankerplatz im Süden der Insel, sind wir vor ein paar Tagen in den Norden umgezogen, an den schönsten Strand der Insel, der natürlich auch von 7 Moai bewacht wird - naja, eigentlich drehen sie uns und dem Strand den Rücken zu, aber schön sind sie trotzdem.
Gestern haben wir für die nächste Etappe zu den Pitcairn und Gambier Inseln eingekauft und dann mussten wir wieder umziehen, weil gerade ein Sturmtief ungemütlich nah im Süden vorbei zieht. Es wird echt langsam Zeit, dass wir weiter in den Norden kommen, bevor hier der Winter Einzug hält.
Morgen wird es wieder ruhiger und wir genießen nochmal den Strand, bevor es dann übermorgen weiter geht, auf die zweite große Etappe der Pazifiküberquerung - diesmal nur noch 1000 Seemeilen, also praktisch ein Katzensprung.

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Donnerstag, 11. April 2013

Auf der Osterinsel

Nach etwa 1800 angenehmen Seemeilen seit der Robinson Crusoe Insel sind wir heute mitten in der Nacht auf der Osterinsel angekommen. Irgendwie schaffen wir es immer bei Dunkelheit… also mussten wir mit stark gerefften Segeln von drei Uhr morgens bis Sonnenaufgang im Lee der Insel herum treiben, bis das Licht gut genug war sich der Insel zu nähern. Leider gibt es hier keinen Hafen und auch keine wirklich geschützte Bucht. Die Ankerplätze sind berüchtigt dafür, dass sie unruhig und manchmal sogar gefährlich sind und auf keinen Fall sollte man in Gewässer unter 10 Meter Wassertiefe geraten, weil dort jederzeit brechende Wellen entstehen können. Also mussten wir auf Licht warten, bis wir uns der Insel nähern konnten.
Je nachdem wie der Wind und Welle so stehen, muss man sich hier für das geringste Übel entscheiden. Wir haben im Süden der Insel - in der Vaipu Bucht - geankert. Hier haben wir zwar die langen Wellen, die von den weit entfernten Tiefdruckgebieten im Süden anrollen, dafür sind wir vor dem stärkeren Nordwind geschützt, der in den nächsten Tagen hier sein Unwesen treiben wird. Danach soll der Wind fleißig drehen, also werden wir sicherlich noch einige Male mit Alita umziehen.
Ich hoffe wir finden zwischendrin ein paar Tage Frieden, damit wir uns die Insel ansehen können, ohne ständig Sorge um das Schiff haben zu müssen. Außerdem ist provantieren, Wäsche waschen und die sonstigen Hafentätigkeiten recht schwierig, wenn man wegen meterhoher Wellen nirgendwo mit dem Beiboot anlanden kann.
Die Osterinsel wird auf jedenfall ein tolles Abenteuer.

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Sonntag, 7. April 2013

Noch 400 Meilen

Der 11. Tag und ca. 1400 Seemeilen seit der Robinson Crusoe Insel. Seit ein paar Tagen schwächelt der Wind und wir kommen nur noch langsam voran. Gestern hatten wir das kleinste Etmal seit Beginn der alitanischen Aufzeichnungen mit nur 100 Seemeilen. Aber wir kommen voran und mit wenig Wind haben wir auch wenig Welle und damit eine recht komfortable Fahrt. In guten drei Tagen sollten wir die Osterinsel erreichen. Was soll ich sonst erzählen? Wir sind weit, weit weg von Allem. Das Wasser ist hier noch blauer, der Horizont noch leerer und die Welt noch friedlicher. Bis auf ein paar gelegentliche Vögel und ein paar verirrte fliegende Fische ist hier niemand ausser uns.

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Dienstag, 2. April 2013

Die Barfußbreiten haben uns zurück

Inzwischen ist es der sechste Tag auf See seit der Robinson Crusoe Insel. Es ist jeden Tag ein klein wenig wärmer geworden und nun braucht man nicht einmal Nachts mehr eine Jacke. Heute früh bei Sonnenaufgang haben wir knapp 23 Grad Luft- und ca. 25 Grad Wassertemeperatur. Schön :)

Ansonsten passiert nicht viel. Der Wind kommt beständig von hinten mit ca. 15 Knoten und das Passatsegel zieht uns mit sieben bis acht Knoten voran. Wir schlafen ausgiebig und essen lecker, leider aber noch keinen Fisch. Die Viecher beissen nicht - dafür hat sich eine Möwe mehrmals auf den Köder gestürzt und beim dritten Mal sogar geschafft sich im Hacken zu fangen, das dumme Vieh. Ich konnte sie zum Glück relativ unverletzt an Bord bringen und befreien.

Wenn es so flott weitergeht, dann sind wir in weiteren 6 Tagen schon auf den Osterinseln und haben unsere verspätete Abfahrt von Valparaiso wieder aufgeholt.

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