Eigentlich wollten wir gerade unterwegs sein. Gestern abend sind wir aufgebrochen von Golden Bay, um den Farewell Spit herum, die Westküste der neuseeländischen Südinsel hinunter Richtung Fjordland. Leider war der Wind die ganze Strecke so mau, dass wir nicht unter Segel fahren konnten. Wir wussten ja, dass wenig Wind sein würde - aber als ich heute mittags den frischesten Wetterbericht runtergeladen habe, hatte sich das „wenig“ aus der Vorhersage spurlos verabschiedet. Uns hätte also akute und totale Flaute auf der gesamten Strecke zum Milford Sound gedroht.
Das geht gar nicht. Zur Not kann man es ertragen, wenn der Motor mal zehn Stunden brummt, aber drei Tage lang ununterbrochen, das ist wie chinesische Wasserfolter. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen links abzubiegen.
Die Einfahrt in den Hafen von Westport ist zwar gefürchtet bei Seglern und Fischern, weil sie über eine seichte und sehr bewegliche Sanddühne in einen stattlichen Flußlauf führt und deswegen vielen widrigen Faktoren unterworfen und schwer einzuschätzen ist. Heute jedoch hatten sich alle Widrigkeiten zusammen mit dem Wind verabschiedet.
Bei unserer Ankunft war Hochwasserstand, der Fluss wegen einer langen regenlosen Periode friedlich und Schwell (also Ozeanwelle) gab es auch so gut wie gar nicht. So war die Einfahrt erwartungsgemäß ein Kinderspiel.
Nun sind wir also in dem kleinen Fischhafen von Westport und besichtigen die Sehenswürdigkeiten der Gegend, während wir auf Wind warten, damit wir nach Fjordland segeln können. Wer hätte gedacht, dass wir hier in der südtasmansichen See mit Flaute zu kämpfen haben, wo wir doch Stürme erwartet hatten.
Montag, 26. Januar 2015
Sonntag, 18. Januar 2015
Sommer im Süden
Seit ein paar Wochen halten wir uns an der Nordspitze der Südinsel auf. Die Golden Bay, den Abel Tasman National Park und die Marlborough Sounds – speziell den Queen Charlotte Sound – haben wir in den letzten Wochen ausgiebig erkundet und in den Spuren von Captain Cook wieder einmal beeindruckende Erfahrungen gesammelt. Sicher habt ihr schon Michaelas Fotos (Fotogalerie) gesehen und wisst genau, wie wunderschön es hier ist. Allerdings hatten wir erneut riesengroßes Glück mit dem Wetter. Bis auf ein paar wenige, kurze Nieselschauer hatten wir im letzten Monat nur Sonnentage. Der Südsommer verwöhnt uns!
Vorgestern sind wir nun voll beladen mit Diesel, Benzin, Wasser und Lebensmittel aus Picton ausgelaufen und befinden uns auf dem Weg nach Fjordland . Naja, zumindest sind wir in der generellen Richtung unterwegs. Weit sind wir noch nicht gekommen, denn schon das erste kleine Hindernis spielt unfair.
Cape Jackson liegt an der Nordspitze zwischen Queen Charlotte Sound und Pelorus Sound und ist einer der Punkte, wo die Cook Straße besonders ungemütlich werden kann. Wenn die Wetterdaten aus dem Internet dort fünfzehn Knoten Wind ansagen, dann wehen dort normalerweise dreißig Knoten – besonders mittags, wenn die thermischen Winde den Düseneffekt verstärken.
Genauso wie der Wind, der sich dort um die Ecke herumdrücken muss, will sich auch die Strömung vorbeiquetschen und verkompliziert die Sache erheblich.
Laut Vorhersage waren in den letzten Tagen dort zwanzig bis dreißig Knoten Wind unterwegs, also sind es tatsächlich deutlich mehr als vierzig. Mit so vielen Knoten wollen wir uns keinesfalls frontal anlegen. Wir warten stattdessen bis morgen, liegen gemütlich in einer der zahllosen, malerischen Buchten und genießen die Sonne – das Seglerleben ist hart!
Frühmorgens soll der Wind schwächer sein und schließlich drehen, so dass wir nicht mehr dagegen ankämpfen müssen. Zusammen mit dem Wind geht es dann zurück zum Abel Tasman Nationalpark, wo wir auf ein großes Wetterfenster warten, in dem wir die 370 Seemeilen in den Süden in den Milford Sound zurücklegen können – den nördlichsten Fjord Neuseelands. Wir freuen uns schon auf die Berge und die Schneekappen auf den Gipfeln!
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Vorgestern sind wir nun voll beladen mit Diesel, Benzin, Wasser und Lebensmittel aus Picton ausgelaufen und befinden uns auf dem Weg nach Fjordland . Naja, zumindest sind wir in der generellen Richtung unterwegs. Weit sind wir noch nicht gekommen, denn schon das erste kleine Hindernis spielt unfair.
Cape Jackson liegt an der Nordspitze zwischen Queen Charlotte Sound und Pelorus Sound und ist einer der Punkte, wo die Cook Straße besonders ungemütlich werden kann. Wenn die Wetterdaten aus dem Internet dort fünfzehn Knoten Wind ansagen, dann wehen dort normalerweise dreißig Knoten – besonders mittags, wenn die thermischen Winde den Düseneffekt verstärken.
Genauso wie der Wind, der sich dort um die Ecke herumdrücken muss, will sich auch die Strömung vorbeiquetschen und verkompliziert die Sache erheblich.
Laut Vorhersage waren in den letzten Tagen dort zwanzig bis dreißig Knoten Wind unterwegs, also sind es tatsächlich deutlich mehr als vierzig. Mit so vielen Knoten wollen wir uns keinesfalls frontal anlegen. Wir warten stattdessen bis morgen, liegen gemütlich in einer der zahllosen, malerischen Buchten und genießen die Sonne – das Seglerleben ist hart!
Frühmorgens soll der Wind schwächer sein und schließlich drehen, so dass wir nicht mehr dagegen ankämpfen müssen. Zusammen mit dem Wind geht es dann zurück zum Abel Tasman Nationalpark, wo wir auf ein großes Wetterfenster warten, in dem wir die 370 Seemeilen in den Süden in den Milford Sound zurücklegen können – den nördlichsten Fjord Neuseelands. Wir freuen uns schon auf die Berge und die Schneekappen auf den Gipfeln!
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Freitag, 26. Dezember 2014
Stille Zeit
Passend zur Jahreszeit, war es in den letzten Wochen sehr
still auf meinem Blog. Aber wir waren beileibe nicht untätig – ganz im Gegenteil.
Die stille Zeit war sogar so ereignisreich, man könnte fast von Vorweihnachtsstress
reden.
Nach meinem letzten Blogeintrag aus Tutukaka haben wir uns einen
Platz im Stadthafen von Whangarei erkämpft – es war derart ausgebucht, dass
wir trotz wochenlanger Vorreservierung fast nicht untergekommen wären. Dort
haben wir Alita für die Südinsel fitgemacht und viele unserer Freunde besucht,
die dort den Sommer verbringen werden.
Die Zeit hat für die sozialen Verpflichtungen gerade so
gereicht, so dass wir auf dem letzten Drücker und leicht erschöpft mit dem
Leihauto nach Auckland düsten um unsere Freunde abzuholen, die uns nun bereits über eine Woche auf unserer
ersten Etappe begleiten. Die kürzeste Route in den Süden von Neuseeland führt um die Nordspitze der Insel und natürlich wollten wir auf dem Weg auch alle Highlights streifen, die es hier zu besichtigen gibt. Also bestand die Tage der letzten Woche aus früh aufstehen, Strecke segeln, Ankern, Wandern und nach dem Abendessen in komatösen Schlaf fallen . So haben wir den Kiwtrail in Whangamumu, den Cliff Walk in Urupukapuka, die erste Hauptstadt Neuseelands Russell, die letzte Ruhestätte der Rainbow Warrior in den Cavalli Islands, den Kletterfelsen Duke’s Nose in Whangaroa und die nördlichste Stadt Neuseelands Mangonui besichtigt.
Dann war das Wetter günstig um das berüchtigte Cap Reinga zu umrunden, wo die Wellen aus zwei Meeren und starke Tidenströmungen in flachem Wasser zusammentreffen und für Segler sehr umgemütliche Bedingungen schaffen können, wenn man nicht vorsichtig ist. Aber wie immer, wenn man vor einem Seegebiet gebührenden Respekt hat, sucht man sich die Reisezeit entsprechend aus und so war Cape Reinga relativ friedlich und so eine eher beeindruckende als angsteinflößende Erfahrung.
Die letzte Nacht haben wir dann in Hokianga verbracht, wo
nur wenig Segler hinkommen, weil die Einfahrt über eine seichte Sanddühne auf
der sich fast immer Wellen brechen etwas trickreich sein kann. Die meisten
segeln also hier eilig vorbei um möglichst schnell die sicheren Häfen im Süden
zu erreichen, bevor der nächste Starkwind hohe Wellen aus Südwesten bringt.
Wir haben aber mal wieder Glück mit unserem großen
Wetterfenster und konnten uns den Abstecher erlauben. Es hat sich echt gelohnt,
wie ihr auf Michaelas Bildern sehen werdet. Die größte Sanddühne Neuseelands
und die größten Kauribäume wohnen hier und sind den Ausflug definitiv wert.
Jetzt geht es weiter
und in gut zwei Tagen sind wir auf der Südinsel!
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Vorbereitung auf die Südinsel
Es gibt nicht viel zu berichten, also keine Dramen oder anderes
Erzählenswertes. Uns geht es prima! Nach der Hitze in Fiji genießen wir
die angenehm kühlen Temperaturen und moderne Zivilisation in Neuseeland.
In den letzten Tagen sind wir ganz gemütlich von Opua Richtung Süden
gedümpelt und gerade in Tutukaka angekommen, wo wir auf einen freien
Platz in den Marinas von Whangarei warten. Dort wollen wir ein paar alte
Seglerbekannte wiedersehen und außerdem die letzten Vorbereitungen
für unsere Fahrt in den kalten Süden treffen.
In einer guten Woche kommen Freunde von Michaela zu Besuch mit denen wir
dann die erste Etappe um die Nordpsitze und dann die Westküste hinunter
nach Nelson angehen. Wir freuen uns schon sehr auf die hübschen Fjorde!
Michaela hat übrigens wieder neue Fotos in die Gallerie eingstellt -
angucken!
Erzählenswertes. Uns geht es prima! Nach der Hitze in Fiji genießen wir
die angenehm kühlen Temperaturen und moderne Zivilisation in Neuseeland.
In den letzten Tagen sind wir ganz gemütlich von Opua Richtung Süden
gedümpelt und gerade in Tutukaka angekommen, wo wir auf einen freien
Platz in den Marinas von Whangarei warten. Dort wollen wir ein paar alte
Seglerbekannte wiedersehen und außerdem die letzten Vorbereitungen
für unsere Fahrt in den kalten Süden treffen.
In einer guten Woche kommen Freunde von Michaela zu Besuch mit denen wir
dann die erste Etappe um die Nordpsitze und dann die Westküste hinunter
nach Nelson angehen. Wir freuen uns schon sehr auf die hübschen Fjorde!
Michaela hat übrigens wieder neue Fotos in die Gallerie eingstellt -
angucken!
Dienstag, 25. November 2014
Gut angekommen
Sieben Tage haben wir von Fiji nach Neuseeland gebraucht. Am 25.11. um
zwei Uhr nachmittags hatten wir uns bei der Zollbehörde angekündigt und
ganz pünktlich, schon um 13:30 Uhr, haben wir unsere Landleinen am Zollsteg in
Opua vertäut. Die Formalitäten waren flott und problemlos erledigt
und bereits eine Stunde später war Alita und Crew offiziell ins schöne
Neuseeland eingereist und an einen schönen Liegeplatz in der Marina verlegt.
Die nächsten Tage werden wir erst einmal das Boot putzen und uns von der
Überfahrt erholen. In ein paar Tagen werden wir bereits wieder los machen
und uns gemütlich auf den Weg in den Süden machen.
Wir haben dieses Jahr schon genug Zeit in Opua verbracht und obwohl es sich
fast so anfühlt, als würde man nach Hause zurück kommen wird man hier
eher an die viele Arbeit erinnert.
zwei Uhr nachmittags hatten wir uns bei der Zollbehörde angekündigt und
ganz pünktlich, schon um 13:30 Uhr, haben wir unsere Landleinen am Zollsteg in
Opua vertäut. Die Formalitäten waren flott und problemlos erledigt
und bereits eine Stunde später war Alita und Crew offiziell ins schöne
Neuseeland eingereist und an einen schönen Liegeplatz in der Marina verlegt.
Die nächsten Tage werden wir erst einmal das Boot putzen und uns von der
Überfahrt erholen. In ein paar Tagen werden wir bereits wieder los machen
und uns gemütlich auf den Weg in den Süden machen.
Wir haben dieses Jahr schon genug Zeit in Opua verbracht und obwohl es sich
fast so anfühlt, als würde man nach Hause zurück kommen wird man hier
eher an die viele Arbeit erinnert.
Montag, 17. November 2014
Aufbruch aus dem Paradies
Wir haben ein gutes Wetterfenster nach Neuseeland und außerdem droht die
südpazifische Konvergenzzone nächste Woche über Fiji herzufallen, was
Starkregen, Gewitter und unplanbaren Starkwinde bedeutet und eine
Abfahrt sehr schwierig macht.
Also haben wir beschlossen Fiji schon heute zu verlassen und etwas
früher als geplant nach Neuseeland zu segeln. Wir haben nette HIlfe an
Bord, sind also zu dritt und werden cirka neun Tage nach Opua brauchen.
Natürlich gibt es jeden Tag neue Positionsmeldungen auf unserem Tracker
(auf Webseite und Blog unter "Wo ist Alita"), damit ihr unseren
Fortschritt quasi "Live" verfolgen könnt. Aber bitte keine Panik, wenn
die Meldung mal einen Tag ausbleibt - denn manchmal will die Technik
nicht so, wie man selbst.
Wir erwarten eine angenehme Passage. Außerdem freuen wir uns schon sehr
auf Neuseeland und die etwas kühleren Temperaturen, denn die letzten
Wochen hier waren sehr heiß.
südpazifische Konvergenzzone nächste Woche über Fiji herzufallen, was
Starkregen, Gewitter und unplanbaren Starkwinde bedeutet und eine
Abfahrt sehr schwierig macht.
Also haben wir beschlossen Fiji schon heute zu verlassen und etwas
früher als geplant nach Neuseeland zu segeln. Wir haben nette HIlfe an
Bord, sind also zu dritt und werden cirka neun Tage nach Opua brauchen.
Natürlich gibt es jeden Tag neue Positionsmeldungen auf unserem Tracker
(auf Webseite und Blog unter "Wo ist Alita"), damit ihr unseren
Fortschritt quasi "Live" verfolgen könnt. Aber bitte keine Panik, wenn
die Meldung mal einen Tag ausbleibt - denn manchmal will die Technik
nicht so, wie man selbst.
Wir erwarten eine angenehme Passage. Außerdem freuen wir uns schon sehr
auf Neuseeland und die etwas kühleren Temperaturen, denn die letzten
Wochen hier waren sehr heiß.
Freitag, 31. Oktober 2014
Drama in Savusavu
Nein, keine
Angst. Diese Katze leidet nicht an Ebola. Sie ist auch nicht am Verhungern. Das
ist Mavis, die innig geliebte Rassekatze eines englischen Ehepaars und Auslöser
einer herzzerreißenden Tragödie, welche sich in den letzten Monaten in Savusavu
abgespielt hat.
Die englische
Familie mittleren Alters hatte beschlossen ihre regnerische Heimat hinter sich
zu lassen und nach Australien auszuwandern. Sie haben bereits das notwendige
Visum, doch dann stellen sie fest, dass sie ihre zwei geliebten Katzen nicht in
der Flugzeugkabine transportieren dürfen und die herzlosen Fluggesellschaften auch
nicht zulassen wollen, dass die Dame des Hauses, mit ihren Katzen im Gepäckraum
fliegt. Tatsächlich mussten sie mit Erschrecken im Kleingedruckten lesen, dass
die Fluglinie keinerlei Garantien übernimmt, das die Katzen lebendig am
Zielflughafen ankommen!
Statt also die
Katzen einmal kurz für 20 Stunden zu sedieren und das Beste zu hoffen,
beschließen die Engländer in ihrer grenzenlosen Tierliebe nach Australien zu Segeln.
Ob sich die Katzen wohl darauf gefreut haben, dass sie mehr als ein Jahr lang
auf einem Segelboot eingesperrt werden? Jedenfalls war es ein durchaus gewagter
Schritt, auch vor dem Hintergrund, dass das Ehepaar keine große Segelerfahrung
hat und die die Ehefrau stark unter Seekrankheit leidet.
Über viele
Monate und zwei Ozeane hinweg kotzen also Katzen und Katzenmutter um die Wette und
wider Erwarten geht alles gut, bis die Yacht mit der wertvollen Fracht Mitte
2014 auf Fiji ankommt und damit schon fast ihr Ziel erreicht hat. Es ist nur
noch ein „Katzensprung“ bis nach Australien, als Mavis in Savusavu unter
ungeklärten Umständen von Bord verschwindet, während das Ehepaar an Land ist.
Die
Katzenmutter ist natürlich überzeugt davon, dass ihr Ersatzkind entweder
gestohlen oder entführt wurde - weil
Mavis Wasser hasst und niemals von alleine ins Meer springen würde. Aber leider
kommen keine Lösegeldforderungen und eine großangelegte Suchaktion, an der sich
die Dorfbevölkerung beteiligt, bleibt ergebnislos. Auch heute, drei Monate nach
seinem Verschwinden, fehlt jede Spur von Mavis. Man könnte meinen, dass die
Tragödie hier beendet ist.
Aber weit gefehlt,
denn Fiji – ähnlich wie alle anderen Länder im ozeanischen Raum – unternimmt
große Anstrengungen die einzigartige heimische Flora und Fauna vor
unerwünschten Einwanderern zu schützen. Deswegen muss bei der Einreise für
jedes Haustier eine Kaution von $1600,- hinterlegt werden und die Besitzer der
Haustiere müssen schriftlich versichern, dass sie ihre Haustiere nicht an Land lassen.
Zuwiderhandlung steht unter Strafe.
Es ist also nicht
weiter verwunderlich, dass die Behörden in Fiji nicht besonders verständnisvoll
auf Mavis‘ Verschwinden reagieren. Sie erheben eine Strafe in Höhe in von
weiteren $1600,-, weil das Ehepaar offensichtlich nicht auf ihre Katze
aufgepasst hat. Natürlich schmerzt zusätzlich zum Verlust des geliebten Haustiers
ein Verlust von $3200,- (Kaution+Strafe) sehr. Aber im Katalog der möglichen
Strafen ist das so ziemlich der kleinste Betrag, den die Behörde aufrufen kann.
Trotzdem
fühlen sich die Engländer unfair behandelt und erheben Einspruch, denn sie sind
sich keiner Schuld bewusst – und weil sie beide in England Polizisten waren,
haben sie nicht nur Recht sondern kennen sich auch mit dem Gesetz aus.
Nun sitzen
sie viele weitere Monate in Savusavu und warten neben der Rückkehr ihrer Katze –
die Hoffnung stirbt zuletzt – nun auf ihren Gerichtstermin, in denen der
Richter eine Strafe bis zu $50.000,- aufrufen kann. Außerdem ist nach dem
Gerichtstermin dann Wirbelsturmsaison und die Katzenliebhaber müssen weitere 6
Monate bleiben, bis sie nach Australien weiterfahren können. Genug Zeit
jedenfalls, dass sich vielleicht auch die zweite Katze aus reiner Verzweiflung
das Leben nimmt und die Geschichte weiter geht! Wir halten Euch auf dem
Laufenden!
Einen Bericht der Betroffenen selbst, findet ihr hier.
Sonntag, 26. Oktober 2014
Fieber
Mein regelmässiger Post ist mal wieder mehr als überfällig. Aber in den letzten Wochen ist so viel passiert, dass ich nicht die Ruhe gefunden habe mich hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben.
Vor knapp drei Wochen ist Michaela nach Alitanien zurückgekehrt und seitdem sind wir viel gesegelt. Zunächst die tonganischen Gewässer nach Norden, dann hinüber nach Fiji und nun sind wir dabei die langen Strecke von der nordöstlichen in die südwestliche Ecke Fijis zurückzulegen.
Die gute Nachricht ist, dass es seit ein paar Wochen wieder jede Menge Bilder zu bewundern gibt. Micha stellt fast tägliche neue online, die ihr in der Fotogalerie bzw. im englischen Blog bewundern könnt. Also schaut fleißig rein!
Die schlechte Nachricht ist, dass ich auch heute keinen echten Blogbeitrag zustande bekomme, weil wir wieder einen größeren Schlag segeln müssen und ich immer noch nicht ganz gesund bin. Ich habe mir in Savusavu eine indische Grippe (viele Menschen in Fiji sind indischen Ursprungs, weil die Briten diese um 1900 als Hilfsarbeiter importierten) eingefangen und laboriere seit Tagen daran herum. Das Fieber ist immer noch nicht ganz weg und deswegen sind die Gedanken langsam und die Finger auf der Tastatur holprig. Aber später diese Woche kommt ganz sicher ein neuer Beitrag, denn ich muss Euch unbedingt über ein großes Drama berichten, das sich in Savusavu abgespielt hat.
Vor knapp drei Wochen ist Michaela nach Alitanien zurückgekehrt und seitdem sind wir viel gesegelt. Zunächst die tonganischen Gewässer nach Norden, dann hinüber nach Fiji und nun sind wir dabei die langen Strecke von der nordöstlichen in die südwestliche Ecke Fijis zurückzulegen.
Die gute Nachricht ist, dass es seit ein paar Wochen wieder jede Menge Bilder zu bewundern gibt. Micha stellt fast tägliche neue online, die ihr in der Fotogalerie bzw. im englischen Blog bewundern könnt. Also schaut fleißig rein!
Die schlechte Nachricht ist, dass ich auch heute keinen echten Blogbeitrag zustande bekomme, weil wir wieder einen größeren Schlag segeln müssen und ich immer noch nicht ganz gesund bin. Ich habe mir in Savusavu eine indische Grippe (viele Menschen in Fiji sind indischen Ursprungs, weil die Briten diese um 1900 als Hilfsarbeiter importierten) eingefangen und laboriere seit Tagen daran herum. Das Fieber ist immer noch nicht ganz weg und deswegen sind die Gedanken langsam und die Finger auf der Tastatur holprig. Aber später diese Woche kommt ganz sicher ein neuer Beitrag, denn ich muss Euch unbedingt über ein großes Drama berichten, das sich in Savusavu abgespielt hat.
Montag, 29. September 2014
Vor kurzem habe ich eine Untersuchung gelesen, die aufgrund wissenschaftlicher Daten behauptet, dass Facebook und soziale Netzwerke im Internet die Menschheit unglücklich und aggressiv macht. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich so entspannt und glücklich bin – ich bin nicht bei Facebook!
Die Begründung der Wissenschaftler zu dem nicht ganz überraschenden Ergebnis ihrer Studie war, dass Benutzer der Internetnetzwerke ihr „zweites Leben“ im Internet deutlich positiver darstellen, als es in der harten Wirklichkeit ist. Da man aber an die virtuellen Freunde nicht nah genug heran kommt, um an ihrem Oberflächenlack zu kratzen und hinter die Kulisse zu blicken, ist man in der internationalen Scheinwelt von glücklichen, erfolgreichen und hübschen Freunden umgeben, bei denen im Vergleich das eigene echte Leben nicht mithalten kann.
Also was macht man? Ganz klar! Man beginnt ebenfalls zu Lügen und stellt sich und sein Leben im Internet viel besser dar, als es in Wahrheit ist. Warum? Weil man damit immer mehr virtuelle, falsche Freunde anlockt, die mit ihren Lügen dafür sorgen, dass ich mich noch schlechter fühle. Die Menschen sind komisch!
Die Krönung des Ganzen war eine Pressemitteilung letzte Woche. Eine junge Holländerin hat ihren „Freunden“ bei Facebook vorgespielt, dass eine mehrmonatige, wunderbare Reise durch Asien macht. Die Fotos, die das dokumentieren sollten, hat sie im Internet geklaut und sich teilweise hinein retuschiert. Ich bin ganz sicher, dass sie nicht die Erste, die so etwas macht. Sie ist nur die Erste, die damit so medienwirksam auffliegt - offenbar wird aus ihr keine gute Fälscherin.
Das arme Mädchen kann einem Leid tun. Wie verzweifelt muss man sein, wenn man seiner Umwelt eine lange Reise vorspielen muss, nur um dann von der internationalen Presse an den Haaren an die Öffentlichkeit gezerrt zu werden! Ich hoffe sie hat ein paar echte Freunde, oder alternativ einen guten Psychiater. Vielleicht ist sie aber auch geschickt und schlägt Kapital daraus. Es gibt einen großen Markt, auf dem man seine Peinlichkeiten vermarkten kann, um wie Naddl, Katzenberger und Konsorten die Gipfel des Trashfernsehens zu erklimmen.
Auf jeden Fall hat mich das Ganze zum Nachdenken gebracht. Wenn das alles wirklich so schlimm ist, wie die Wissenschaftler sagen, dann tragen wir auf Alita mit unserem Blog dazu bei, dass ihr daheim unglücklicher werdet! Das wollen wir nicht!
Wir lügen zwar keine Segelreisen vor, die wir nicht gemacht haben, aber wir lassen die langweiligen Teile immer und nervigen Teile häufig aus. Wir fotografieren auch nicht die hässlichen Orte und stellen die Bilder ins Netz. Mit unserer Auswahl von Geschichten und Fotos inszenieren wir also letztlich unser Leben schöner, als es wirklich ist. Das soll nicht heißen, dass wir hier draußen nicht total glücklich sind und alles echt phat großartig ist… Nein, Spaß beiseite: Natürlich ist nicht alles immer ganz so toll, wie es eventuell rüberkommt!
Damit ihr Euch also in Zukunft nicht ganz so schlecht fühlt, wenn ihr meine Beiträge lest, werde ich ab jetzt versuchen auch die schlechten Seiten einzubringen und ich werde Micha bitten, auch ein paar hässliche Orte zu fotografieren. Also fangen wir gleich an!
Wir haben Scheiß Wetter! Es ist nicht nur stark bewölkt und hat sogar ein wenig geregnet - aber leider bei Weitem nicht genug, dass es den Tonganern bei Ihrem Dürreproblem Linderung verschafft hätte. Wir haben Wind aus der falschen Richtung, der meinen Ankerplatz mit kurzen Wellen extrem ungemütlich macht. Außerdem ist ein Schwung kühler Luft angekommen, der dafür sorgt, dass sich die gesamte Luftfeuchtigkeit in eine Art Nebel verwandelt. Nun kann man keine hundert Meter weit sehen und die Feuchtigkeit setzt sich überall ab. Sogar im Inneren des Schiffes ist es inzwischen klamm und die Bettwäsche, die ich erst gestern gewechselt habe, fühlt sich an wie ein Waschlappen. Es erübrigt sich zu sagen, dass ich extrem schlecht geschlafen und geträumt habe!
Zu allem Übel quält mich tagsüber der örtliche Funktelefonbetreiber mit bis zu zwanzig Werbe SMSen täglich, die ich nicht abschalten kann. Hin und wieder sind sogar schlechte Witze drunter. Dieser hier kam gestern:
Facebook ist wie Gefängnis. Man verschwendet Zeit, spricht mit einer Wand und wird von wildfremden Menschen belästigt.
Die Begründung der Wissenschaftler zu dem nicht ganz überraschenden Ergebnis ihrer Studie war, dass Benutzer der Internetnetzwerke ihr „zweites Leben“ im Internet deutlich positiver darstellen, als es in der harten Wirklichkeit ist. Da man aber an die virtuellen Freunde nicht nah genug heran kommt, um an ihrem Oberflächenlack zu kratzen und hinter die Kulisse zu blicken, ist man in der internationalen Scheinwelt von glücklichen, erfolgreichen und hübschen Freunden umgeben, bei denen im Vergleich das eigene echte Leben nicht mithalten kann.
Also was macht man? Ganz klar! Man beginnt ebenfalls zu Lügen und stellt sich und sein Leben im Internet viel besser dar, als es in Wahrheit ist. Warum? Weil man damit immer mehr virtuelle, falsche Freunde anlockt, die mit ihren Lügen dafür sorgen, dass ich mich noch schlechter fühle. Die Menschen sind komisch!
Die Krönung des Ganzen war eine Pressemitteilung letzte Woche. Eine junge Holländerin hat ihren „Freunden“ bei Facebook vorgespielt, dass eine mehrmonatige, wunderbare Reise durch Asien macht. Die Fotos, die das dokumentieren sollten, hat sie im Internet geklaut und sich teilweise hinein retuschiert. Ich bin ganz sicher, dass sie nicht die Erste, die so etwas macht. Sie ist nur die Erste, die damit so medienwirksam auffliegt - offenbar wird aus ihr keine gute Fälscherin.
Das arme Mädchen kann einem Leid tun. Wie verzweifelt muss man sein, wenn man seiner Umwelt eine lange Reise vorspielen muss, nur um dann von der internationalen Presse an den Haaren an die Öffentlichkeit gezerrt zu werden! Ich hoffe sie hat ein paar echte Freunde, oder alternativ einen guten Psychiater. Vielleicht ist sie aber auch geschickt und schlägt Kapital daraus. Es gibt einen großen Markt, auf dem man seine Peinlichkeiten vermarkten kann, um wie Naddl, Katzenberger und Konsorten die Gipfel des Trashfernsehens zu erklimmen.
Auf jeden Fall hat mich das Ganze zum Nachdenken gebracht. Wenn das alles wirklich so schlimm ist, wie die Wissenschaftler sagen, dann tragen wir auf Alita mit unserem Blog dazu bei, dass ihr daheim unglücklicher werdet! Das wollen wir nicht!
Wir lügen zwar keine Segelreisen vor, die wir nicht gemacht haben, aber wir lassen die langweiligen Teile immer und nervigen Teile häufig aus. Wir fotografieren auch nicht die hässlichen Orte und stellen die Bilder ins Netz. Mit unserer Auswahl von Geschichten und Fotos inszenieren wir also letztlich unser Leben schöner, als es wirklich ist. Das soll nicht heißen, dass wir hier draußen nicht total glücklich sind und alles echt phat großartig ist… Nein, Spaß beiseite: Natürlich ist nicht alles immer ganz so toll, wie es eventuell rüberkommt!
Damit ihr Euch also in Zukunft nicht ganz so schlecht fühlt, wenn ihr meine Beiträge lest, werde ich ab jetzt versuchen auch die schlechten Seiten einzubringen und ich werde Micha bitten, auch ein paar hässliche Orte zu fotografieren. Also fangen wir gleich an!
Wir haben Scheiß Wetter! Es ist nicht nur stark bewölkt und hat sogar ein wenig geregnet - aber leider bei Weitem nicht genug, dass es den Tonganern bei Ihrem Dürreproblem Linderung verschafft hätte. Wir haben Wind aus der falschen Richtung, der meinen Ankerplatz mit kurzen Wellen extrem ungemütlich macht. Außerdem ist ein Schwung kühler Luft angekommen, der dafür sorgt, dass sich die gesamte Luftfeuchtigkeit in eine Art Nebel verwandelt. Nun kann man keine hundert Meter weit sehen und die Feuchtigkeit setzt sich überall ab. Sogar im Inneren des Schiffes ist es inzwischen klamm und die Bettwäsche, die ich erst gestern gewechselt habe, fühlt sich an wie ein Waschlappen. Es erübrigt sich zu sagen, dass ich extrem schlecht geschlafen und geträumt habe!
Zu allem Übel quält mich tagsüber der örtliche Funktelefonbetreiber mit bis zu zwanzig Werbe SMSen täglich, die ich nicht abschalten kann. Hin und wieder sind sogar schlechte Witze drunter. Dieser hier kam gestern:
Facebook ist wie Gefängnis. Man verschwendet Zeit, spricht mit einer Wand und wird von wildfremden Menschen belästigt.
Donnerstag, 18. September 2014
Das unerwünschte Christkind
„El Nino“ - das Kind - ist wieder im Anmarsch. Rein wissenschaftlich gesehen, ist "El Nino" ein periodisch wiederkehrendes, natürliches Phänomen in dem sich warmes Wasser aus dem südwestlichen Pazifik nach Osten verschiebt und an der südamerikanischen Küste Meeresbereiche erwärmt, die normalerweise Kaltwasser führen. In Ecuador führt das regelmäßig zur Weihnachtszeit dazu, dass die Fischschwärme plötzlich aus den Gewässern abwandern und die Fischer monatelang mit leeren Händen nach Hause kommen. Sie beobachteten diesen Effekt zuerst und gaben ihm den Namen.
Aber das ist nicht das einzige Problem, welches dieses unerwünschte Christkind mit sich bringt. Es verursacht im ganzen Pazifikraum extreme Wetterkapriolen. Während an manchen Stellen so viel Regen niedergeht, dass es zu katastrophalen Erdrutschen, Überschwemmungen, Epidemien und letztlich Hungersnöten führt, sorgt es an anderen Stellen für Trockenheit, Wasserknappheit und damit zu Ernteausfällen und ebenfalls zu Hungersnöten.
Dazu kommt, dass in „El Nino“ Jahren die Anzahl der tropischen Wirbelstürme deutlich erhöht ist und auch ihre Zerstörungskraft zunimmt. Es werden Bereiche betroffen, die normalerweise von Wirbelstürmen verschont bleiben, wie z.B. die östlichen Inseln von Französisch Polynesien. Außerdem führt "El Nino" zu massenhaftem Korallensterben, der sogenannten Korallenbleiche; überall dort, wo das Wasser zu warm für die empfindlichen Lebewesen wird.
Ende des letzten Jahrtausends, als man wegen einer besonders starken Episode von El Nino begann den Ursprüngen und Auswirkungen dieses Phänomens auf den Grund zu gehen, wusste man noch sehr wenig darüber. Auch heute ist man nicht viel schlauer. „El Nino“ ist wohl kein Produkt der menschlichen Umweltverschmutzung, sondern ein zyklischer und natürlicher Prozess, der dem Temperaturausgleich dieses riesigen Ozeans dient. Die Häufigkeit und Stärke des unerwünschten Christkindes ist aber sehr wohl von der globalen Erwärmung beeinflusst.
Zumindest gibt es inzwischen ein Vorhersagesystem, damit die Bevölkerung in den betroffenen Regionen sich schon ein paar Monate im voraus darüber klar sein kann, dass sie wieder mal tief in der Scheiße stecken. Die Wissenschaftler und ihre Computermodelle schlugen zu Beginn des Jahres Großalarm. Ende des Jahres sollte uns ein extremer "El Nino" heimsuchen, weil in den letzten Jahren sehr viel Wärme und damit überschüssige Energie in den Tiefen des Pazifiks gespeichert wurde, die nun nach einer Entladung sucht.
Inzwischen gibt es teilweise Entwarnung, denn viele der Alarmwerte scheinen sich beruhigt zu haben. Der offizielle Bericht sagt derzeit, mit einer Wahrscheinlichkeit von Zweidrittel voraus, dass uns ein mittelmäßig starkes El Ninjo Jahr bevorsteht.
Hier in Tonga führt das Phänomen normalerweise zu Trockenheit und kalten Wintern und das ist bereits deutlich der Fall. Mit teilweise bis zu 14 Grad niedrigen Nachttemperaturen im zurückliegenden Winter, hatten die Menschen für hiesiges Empfinden nahezu sibirische Verhältnisse. Viel Schlimmer ist, dass es seit Monaten in großen Teilen des Landes nicht mehr richtig geregnet hat. Wir befinden uns derzeit zwar in der örtlichen Trockenzeit, aber so trocken war es schon lange nicht mehr.
Landesweit wird die Bevölkerung bereits dringend dazu aufgerufen, Wasser zu sparen. In den Niuas, in Haapais und in Teilen von Tongatapu herrscht bereits akuter Notstand. Einige Urlaubsresorts haben geschlossen, weil die Gäste nicht mehr duschen können. Das mag sich lächerlich anhören, aber für die Menschen hier, deren Wirtschaft zu einem sehr großen Teil von den Touristen in den zwei Monaten der Walsaison abhängig sind, ist das eine kleine Katastrophe.
Die großen Katastrophen jedoch, massive Ernteausfälle und schwere Wirbelstürme diesen Sommer, die drohen noch. Auch im Paradies machen sich die Menschen Sorgen!
Aber das ist nicht das einzige Problem, welches dieses unerwünschte Christkind mit sich bringt. Es verursacht im ganzen Pazifikraum extreme Wetterkapriolen. Während an manchen Stellen so viel Regen niedergeht, dass es zu katastrophalen Erdrutschen, Überschwemmungen, Epidemien und letztlich Hungersnöten führt, sorgt es an anderen Stellen für Trockenheit, Wasserknappheit und damit zu Ernteausfällen und ebenfalls zu Hungersnöten.
Dazu kommt, dass in „El Nino“ Jahren die Anzahl der tropischen Wirbelstürme deutlich erhöht ist und auch ihre Zerstörungskraft zunimmt. Es werden Bereiche betroffen, die normalerweise von Wirbelstürmen verschont bleiben, wie z.B. die östlichen Inseln von Französisch Polynesien. Außerdem führt "El Nino" zu massenhaftem Korallensterben, der sogenannten Korallenbleiche; überall dort, wo das Wasser zu warm für die empfindlichen Lebewesen wird.
Ende des letzten Jahrtausends, als man wegen einer besonders starken Episode von El Nino begann den Ursprüngen und Auswirkungen dieses Phänomens auf den Grund zu gehen, wusste man noch sehr wenig darüber. Auch heute ist man nicht viel schlauer. „El Nino“ ist wohl kein Produkt der menschlichen Umweltverschmutzung, sondern ein zyklischer und natürlicher Prozess, der dem Temperaturausgleich dieses riesigen Ozeans dient. Die Häufigkeit und Stärke des unerwünschten Christkindes ist aber sehr wohl von der globalen Erwärmung beeinflusst.
Zumindest gibt es inzwischen ein Vorhersagesystem, damit die Bevölkerung in den betroffenen Regionen sich schon ein paar Monate im voraus darüber klar sein kann, dass sie wieder mal tief in der Scheiße stecken. Die Wissenschaftler und ihre Computermodelle schlugen zu Beginn des Jahres Großalarm. Ende des Jahres sollte uns ein extremer "El Nino" heimsuchen, weil in den letzten Jahren sehr viel Wärme und damit überschüssige Energie in den Tiefen des Pazifiks gespeichert wurde, die nun nach einer Entladung sucht.
Inzwischen gibt es teilweise Entwarnung, denn viele der Alarmwerte scheinen sich beruhigt zu haben. Der offizielle Bericht sagt derzeit, mit einer Wahrscheinlichkeit von Zweidrittel voraus, dass uns ein mittelmäßig starkes El Ninjo Jahr bevorsteht.
Hier in Tonga führt das Phänomen normalerweise zu Trockenheit und kalten Wintern und das ist bereits deutlich der Fall. Mit teilweise bis zu 14 Grad niedrigen Nachttemperaturen im zurückliegenden Winter, hatten die Menschen für hiesiges Empfinden nahezu sibirische Verhältnisse. Viel Schlimmer ist, dass es seit Monaten in großen Teilen des Landes nicht mehr richtig geregnet hat. Wir befinden uns derzeit zwar in der örtlichen Trockenzeit, aber so trocken war es schon lange nicht mehr.
Landesweit wird die Bevölkerung bereits dringend dazu aufgerufen, Wasser zu sparen. In den Niuas, in Haapais und in Teilen von Tongatapu herrscht bereits akuter Notstand. Einige Urlaubsresorts haben geschlossen, weil die Gäste nicht mehr duschen können. Das mag sich lächerlich anhören, aber für die Menschen hier, deren Wirtschaft zu einem sehr großen Teil von den Touristen in den zwei Monaten der Walsaison abhängig sind, ist das eine kleine Katastrophe.
Die großen Katastrophen jedoch, massive Ernteausfälle und schwere Wirbelstürme diesen Sommer, die drohen noch. Auch im Paradies machen sich die Menschen Sorgen!
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