Wellington ist eine schicke, kleine Hauptstadt! Sehr hipp, modern und ansehnlich. Dort hat es uns recht gut gefallen, vor Allem weil der Hafen mitten im Stadtzentrum liegt und alles prima zu Fuß zu erreichen ist. Das neuseeländischste aller Museen, das Te Papa-Museum, lieg direkt neben der Marina und ein Besuch dort lohnt sich.
Die ganze Stadt ist wild und bunt, aber auch durchgestylt. Die ganze Stadt? Nein! Am Rande der Stadt, am Ende einer ruhigen Straße, in der sich die Botschaften aller Nationen angesiedelt haben - alle in repräsentativen, hübschen Gebäuden - liegt ganz hinten, fast verschämt, die deutsche Botschaft: eine hässliche, klotzige Sünde im Plattenbaustil. Etwa so einladend wie ein Gefängnis. Typisch!
Nur am Rande. In Wellington habe ich auch eine neue Apfelsorte entdeckt, mit dem Namen Genesis. Ist wohl ein gentechnischer Wundermix aus Braeburn und Royal Gala. Der sieht nicht nur perfekt aus, etwa so wie der giftige Apfel in Schneewitchen, sondern schmeckt auch noch abartig gut. Genau die richtige Mischung aus süß, sauer und knackig und saftig. Hätte Gott das Ding in den Baum ins Paradies gehängt, dann hätte er sich die Schlange als Überredungskünstler sparen können!
Naja. Wir sind jedenfalls inzwischen wieder ein Stück weiter gefahren und gestern in Napier und damit im warmen, trockenen Norden angekommen. Nach Wellington, wo immer eine steife kühle Brise blies, fühlt es sich hier an wie Hochsommer.
Und noch bzgl. Vanuatu: Die Links zu den kleineren, hiesigen Hilfsorganisationen spare ich mir. Sie sind auch nicht besser oder schlechter als die großen Deutschen. Außerdem habe ich einen Bericht in der neuseeländischen Zeitung gelesen, dass sich bereits 40 Hilfsorganisationen mit Teams vor Ort aufhalten, allen voran die großen Internationalen. Das Problem scheint also nicht, dass Eure Hilfe nicht ankommt. Momentan ist wohl mehr die Koordination der Hilfe gefragt. Was aber nicht heißt, dass Eure Spenden nicht mehr nötig wären! Die Bevölkerungen der Südseeinseln sind größtenteils Selbstversorger - sie bauen einen ihre tägliche Nahrung selbst an. Da große Teile der Ernte zerstörst sind, wird es eine Weile dauern, bis sie wieder ohne Hilfe auskommen.
Sonntag, 22. März 2015
Dienstag, 17. März 2015
Wirbelsturm Pam
Zunächst mal wollen wir uns ganz herzlich bei den vielen besorgten Blogleser bedanken, die sich in den letzten Tagen informiert haben, ob wir sicher sind bzw. den Sturm Pam gut überstanden haben, der in der letzten Woche im Südpazifik getobt hat. Wir können Eure Sorgen zerstreuen. Wir liegen ganz sicher im Stadthafen von Wellington, viele hundert Meilen vom Zentrum von Pam entfernt, welches sich gerade langsam auflöst und südöstlich ins pazifische Polarmeer verabschiedet.
Der Sturm ist zwar knapp an Neuseeland vorbeigezogen, aber doch weit genug entfernt, dass er hier nur wenig Schaden angerichtet hat. So viel Glück hatten die Menschen in Vanuatu nicht. Sie haben die volle, zerstörerische Kraft dieses Wirbelsturms der höchsten Kategorie abbekommen. Mit knapp 300 km/h Wind, Wellenhöhen über zwanzig Meter und einem geschätzten Luftdruck von ca. 880 hPA im Zentrum gehört Pam zu den drei stärksten Stürmen, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erfasst wurden. Gerade als seine Kraft am Stärksten war, zog er über Port Vila die Hauptstadt Vanuatus hinweg.
Für die Menschen dort war es der Super GAU - die größtmögliche Katastrophe, die zu befürchten war. Die Naturgewalten haben Schäden unvorstellbaren Ausmaßes hinterlassen. Es sind wohl die allermeisten Häuser auf Efate, der Hauptinsel des Landes zerstört. Auch die abgelegenen südlichen Inseln des Landes hat es voll erwischt, so dass die große Mehrzahl der Bevölkerung Obdachlos ist. Der Premier des Landes ist in einem Fernsehbericht in Tränen ausgebrochen und hat gesagt, dass die Zukunft seines Landes zerstört sei. Er übertreibt nicht.
Die Menschen dort werden viel Hilfe brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen. Wir werden voraussichtlich im Juli nach Vanuatu segeln und natürlich überlegen wir, wie wir den Menschen dort helfen könnten – genau wie alle unsere befreundeten Segler, die auch dieses Jahr wieder die „sicheren“ Monate auf den tropischen Inseln der Südsee verbringen werden, in denen dort keine Wirbelstürme entstehen.
Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe jedoch wirkt alles was wir tun können, wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Die Menschen dort brauchen die Hilfe jetzt und nicht erst Ende April, wenn die ersten Segler dort eintreffen. Sie brauchen Unterkünfte und Nahrungsmittel um die nächsten Tage und Wochen zu überleben, sie brauchen Baumaterialen um ihr Leben wieder aufzubauen - Dinge deren Transport wir auf unseren kleinen Booten nicht stemmen können.
Also ist es sicher das Beste, wenn auch wir, die besorgten Segler und unsere Freunde die Erste Hilfe den Profis überlassen – den großen Hilfsorganisationen, die bereits Spendenkonten für Vanuatu eingerichtet haben.
Wir sind auch gerade noch dabei ein paar örtliche Hilfsorganisationen zu recherchieren, bei denen das Geld direkt nach Vanuatu geht. Wir werden Euch hier auf dem Laufenden halten, aber höchstwahrscheinlich haben diese kleinen Organisationen keine deutschen Konten, also kassiert die Bank für die Überweisung.
Natürlich werden wir trotzdem unseren eigenen, kleinen Teil betragen und in ein paar Monaten z.B. Werkzeug, Medikamente, Kleidung andere leicht transportable Hilfsgüter mitbringen und dort direkt verteilen. Wenn Euch darüber hinaus etwas einfällt, was wir besser tun könnten als die Hilfsprofis, freuen wir uns über jede eurer Ideen.
Der Sturm ist zwar knapp an Neuseeland vorbeigezogen, aber doch weit genug entfernt, dass er hier nur wenig Schaden angerichtet hat. So viel Glück hatten die Menschen in Vanuatu nicht. Sie haben die volle, zerstörerische Kraft dieses Wirbelsturms der höchsten Kategorie abbekommen. Mit knapp 300 km/h Wind, Wellenhöhen über zwanzig Meter und einem geschätzten Luftdruck von ca. 880 hPA im Zentrum gehört Pam zu den drei stärksten Stürmen, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erfasst wurden. Gerade als seine Kraft am Stärksten war, zog er über Port Vila die Hauptstadt Vanuatus hinweg.
Für die Menschen dort war es der Super GAU - die größtmögliche Katastrophe, die zu befürchten war. Die Naturgewalten haben Schäden unvorstellbaren Ausmaßes hinterlassen. Es sind wohl die allermeisten Häuser auf Efate, der Hauptinsel des Landes zerstört. Auch die abgelegenen südlichen Inseln des Landes hat es voll erwischt, so dass die große Mehrzahl der Bevölkerung Obdachlos ist. Der Premier des Landes ist in einem Fernsehbericht in Tränen ausgebrochen und hat gesagt, dass die Zukunft seines Landes zerstört sei. Er übertreibt nicht.
Die Menschen dort werden viel Hilfe brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen. Wir werden voraussichtlich im Juli nach Vanuatu segeln und natürlich überlegen wir, wie wir den Menschen dort helfen könnten – genau wie alle unsere befreundeten Segler, die auch dieses Jahr wieder die „sicheren“ Monate auf den tropischen Inseln der Südsee verbringen werden, in denen dort keine Wirbelstürme entstehen.
Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe jedoch wirkt alles was wir tun können, wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Die Menschen dort brauchen die Hilfe jetzt und nicht erst Ende April, wenn die ersten Segler dort eintreffen. Sie brauchen Unterkünfte und Nahrungsmittel um die nächsten Tage und Wochen zu überleben, sie brauchen Baumaterialen um ihr Leben wieder aufzubauen - Dinge deren Transport wir auf unseren kleinen Booten nicht stemmen können.
Also ist es sicher das Beste, wenn auch wir, die besorgten Segler und unsere Freunde die Erste Hilfe den Profis überlassen – den großen Hilfsorganisationen, die bereits Spendenkonten für Vanuatu eingerichtet haben.
Wir sind auch gerade noch dabei ein paar örtliche Hilfsorganisationen zu recherchieren, bei denen das Geld direkt nach Vanuatu geht. Wir werden Euch hier auf dem Laufenden halten, aber höchstwahrscheinlich haben diese kleinen Organisationen keine deutschen Konten, also kassiert die Bank für die Überweisung.
Natürlich werden wir trotzdem unseren eigenen, kleinen Teil betragen und in ein paar Monaten z.B. Werkzeug, Medikamente, Kleidung andere leicht transportable Hilfsgüter mitbringen und dort direkt verteilen. Wenn Euch darüber hinaus etwas einfällt, was wir besser tun könnten als die Hilfsprofis, freuen wir uns über jede eurer Ideen.
Dienstag, 10. März 2015
Nordwärts an der Ostküste
Die erste Hälfte unserer Umrundung Neuseelands ist geschafft und wir befinden uns wieder auf dem Weg nach Norden. Von Stewart Island sind wir zunächst nach Dunedin gesegelt, wo in der neuseeländischen Gründerzeit vorwiegend schottische Einwanderer eine der ersten großen Siedlungen errichteten und dort den Eisenbahn und Schiffsbau vorantrieben.
Dort waren wir über eine Woche, weil das Wetter nicht so richtig mitspielte und wir außerdem die Gastfreundschaft des örtlichen Yachtclubs und die Rückkehr in die Zivilisation genossen haben. Dunedin ist mit immerhin hundertfünzigtausend Einwohner die größte Stadt, die wir seit langem besuchten! Außerdem gibt es auch hier viele Sehenswürdigkeiten – wie z.B. die steilste Straße der Welt!
Von Dunedin sind wir dann – genauso wie schon zuvor in Stewart Island – bei Sturmwarnung ausgelaufen. Guter Segelwind in vernünftiger Stärke weht hier leider nur aus Nordosten, also genau aus der Richtung, in die wir müssen. Sonst hat es entweder gar keinen Wind, oder eben sturmstarke Winde aus Süden, während und nach dem Durchzug einer Front.
Also ist die einzige Chance, wenn man unter Segel weiterkommen will, den Durchzug der Front und damit die stärksten Böen abzuwarten und dann im Rücken des Unwetters bei 30 bis 40 Knoten Wind auf den Wellen nach Norden zu reiten.
Leider halten diese „günstigen“ Winde auch nicht wirklich lange – derzeit nur einen halben Tag. Also muss man bei den langen Distanzen einen weiteren halben Tag mit schwachen Winden und großen Wellen kämpfen – was dann meistens doch wieder dazu führt, dass man den Motor anwirft, weil die Segel zu stark leiden. Nichts schadet den Tüchern nämlich mehr, wenn sie in leichtem Wind von Schauckeln des Bootes hin und her geschlagen werden und es lohnt sich nicht $30 Diesel zu sparen, wenn man dann für eine paar hundert Dollar Segelreparaturen hat.
Mit den vereinten Kräften von Sturmsegeln und Flautenmotoren sind wir also gestern im hübschen Akaroa angekommen, wo wir die örtlichen Sehenswürdigkeiten in einem guten Tag besichtigt haben. Morgen geht es dann um die Halbinsel herum weiter nach Lyttleton – das ist der Hafen von Christchurch. Dort sind wieder zwei Tage Sightseeing geplant und dann erwarten wir die nächste Front, die uns wieder ein Stück weiter und zurück auf die Nordinsel nach Wellington bringen soll.
Das klingt alles ein bisschen nach Arbeit und nicht so viel Vergnügen… doch auch hier an der Ostküste ist das Land wunderschön und es gibt weniger Regen und viel zu sehen. Leider sind wir nach den atemberaubenden Eindrücken im Wilden Westen des Landes etwas „satt“ und müssen uns erst mal wieder eichen.
Dort waren wir über eine Woche, weil das Wetter nicht so richtig mitspielte und wir außerdem die Gastfreundschaft des örtlichen Yachtclubs und die Rückkehr in die Zivilisation genossen haben. Dunedin ist mit immerhin hundertfünzigtausend Einwohner die größte Stadt, die wir seit langem besuchten! Außerdem gibt es auch hier viele Sehenswürdigkeiten – wie z.B. die steilste Straße der Welt!
Von Dunedin sind wir dann – genauso wie schon zuvor in Stewart Island – bei Sturmwarnung ausgelaufen. Guter Segelwind in vernünftiger Stärke weht hier leider nur aus Nordosten, also genau aus der Richtung, in die wir müssen. Sonst hat es entweder gar keinen Wind, oder eben sturmstarke Winde aus Süden, während und nach dem Durchzug einer Front.
Also ist die einzige Chance, wenn man unter Segel weiterkommen will, den Durchzug der Front und damit die stärksten Böen abzuwarten und dann im Rücken des Unwetters bei 30 bis 40 Knoten Wind auf den Wellen nach Norden zu reiten.
Leider halten diese „günstigen“ Winde auch nicht wirklich lange – derzeit nur einen halben Tag. Also muss man bei den langen Distanzen einen weiteren halben Tag mit schwachen Winden und großen Wellen kämpfen – was dann meistens doch wieder dazu führt, dass man den Motor anwirft, weil die Segel zu stark leiden. Nichts schadet den Tüchern nämlich mehr, wenn sie in leichtem Wind von Schauckeln des Bootes hin und her geschlagen werden und es lohnt sich nicht $30 Diesel zu sparen, wenn man dann für eine paar hundert Dollar Segelreparaturen hat.
Mit den vereinten Kräften von Sturmsegeln und Flautenmotoren sind wir also gestern im hübschen Akaroa angekommen, wo wir die örtlichen Sehenswürdigkeiten in einem guten Tag besichtigt haben. Morgen geht es dann um die Halbinsel herum weiter nach Lyttleton – das ist der Hafen von Christchurch. Dort sind wieder zwei Tage Sightseeing geplant und dann erwarten wir die nächste Front, die uns wieder ein Stück weiter und zurück auf die Nordinsel nach Wellington bringen soll.
Das klingt alles ein bisschen nach Arbeit und nicht so viel Vergnügen… doch auch hier an der Ostküste ist das Land wunderschön und es gibt weniger Regen und viel zu sehen. Leider sind wir nach den atemberaubenden Eindrücken im Wilden Westen des Landes etwas „satt“ und müssen uns erst mal wieder eichen.
Samstag, 21. Februar 2015
Kiwi erlegt!
Es war eine spannende Jagd. Zuerst haben wir es auf Ulva, der
Vogelinsel im Paterson Inlet von Stewart Island versucht. Mitten in der Nacht sind
wir dort mit Fotoapparat, Rotlicht und Stirnlampen bewaffnet herum gestolpert
und konnten in absoluter Finsternis zwei Kiwis stellen.
Aller guten Dinge sind Drei. Der lief uns ganz unverhofft im Dämmerlicht am nächsten Abend über den Weg und war so nett ausführlich für die Kamera zu posieren. Nun ist er auf vielen hübschen Fotos und einem langen Film gebannt.
Mission Kiwi geglückt!
Der Erste kam gleich so nah, dass er uns fast über den
Haufen gerannt hätt. Aber als ich das Licht einschaltete, stand ich genau
zwischen Kamera und Kiwi. Versagt!
Der zweite Kiwi war etwas vorsichtiger und wagte sich nicht so
richtig aus dem Unterholz heraus. Als ich dachte das Rascheln ganz in der Nähe
zu hören, schaltete ich das Licht ein – zu früh! Wieder versagt! Der Kiwi war
zwar im Unterholz zu sehen, aber für ein Foto zu versteckt.Aller guten Dinge sind Drei. Der lief uns ganz unverhofft im Dämmerlicht am nächsten Abend über den Weg und war so nett ausführlich für die Kamera zu posieren. Nun ist er auf vielen hübschen Fotos und einem langen Film gebannt.
Mission Kiwi geglückt!
Mittwoch, 18. Februar 2015
Hummervergiftung
Nach einem Wanderausflug in der Supper Cove, der hintersten Ecke des Dusky Sounds, standen die letzten Tage in Fjordland ganz im Zeichen des Wassergetiers. Wir machten in der Luncheon Cove fest, einer lauschigen Bucht am Ausgang des Dusky Sounds, wo schon Captain Cook vor 250 Jahren sein Boot verankerte, um in aller Ruhe die hiesige Delikatesse zu verspeisen: den Rock Lobster (übersetzt: „Steinhummer“).
Der hiesige Krabler hat, der Languste ähnlich, lange Fühler und keine Scheren wie sein nordamerikanischer Verwandter, der Maine Lobster. Die tropische Languste jedoch ist Vegetarier und der örtliche Rock Lobster nicht. Außerdem sind die Tiere hier wahre Monster. 2,5 Kilo sind eher das Normalgewicht eines örtlichen „Crayfish“ (so nennt der Einheimische das Tier).
Eigentlich wollte ich in dem kalten Wasser ja nicht unbedingt tauchen gehen, aber die Aussicht auf solch fette Beute und der ausdrückliche Geburtstagswunsch von Michaela, haben mich überredet. Also zogen wir am nächsten Morgen im Beiboot mit etwa 50 Kilo Tauchausrüstung los. Nach einer guten Stunde hatte ich das ganze Gerödel angelegt und schwamm mitten im Kelpwald bei Wassertemperaturen von unter 15 Grad – gefühltes Eiswasser!
Der erste Jagdversuch war nicht sehr erfolgreich. Ich hatte das gesamte Tauchblei angelegt, das wir an Bord haben. In den Tropen reicht das für drei Mann - aber wegen des dicken Anzugs mit Haube, Handschuhen, Füßlingen und nur halbvollem Lufttank (ich hatte die Luft beim Reinigen des Unterwasserschiffs in den Marlborough Sounds verbraucht) hatte ich immer noch leichten Auftrieb.
Tauchend in Vorwärtsbewegung kann man den Drang zur Wasseroberfläche leicht ausgleichen. Wenn man aber vor dem Zuhause eines Lobsters ausharrt, dann ist es sehr schlecht, wenn man sich mit einer Hand festhalten muss. Es bleibt nämlich nur eine weitere Hand zum Fangen des Tiers. Nach zwanzig Minuten hatte ich fünf Lobster verscheucht und erst ein Tier gefangen. Ich musste einsehen, dass es so nicht geht.
Also erst mal zurück zu Alita, den Kompressor anwerfen um die Tauchflaschen zu füllen und mehr Ballast besorgen. Mittags ging es dann los zu einem zweiten Versuch, der sehr erfolgreich war. Innerhalb von weiteren zwanzig Minuten hatte ich vier stattliche Tiere im Sack – bei Weitem genug für unseren Gefrierschrank, der mit mehreren Kilo „Blue Cod Filets“ (örtlicher Speisefisch) vom Vortag eigentlich schon gut gefüllt war!
Den ganzen Rest des Tages verbrachten wir damit die Crayfish in Süßwasser zu ertränken, die fleischhaltigen Schwänze abzutrennen und einzufrieren und die Köpfe zu kochen. Da unser größter Nudeltopf „nur“ 26 Zentimeter Durchmesser hat, mussten wir einige der riesigen Köpfe einzeln kochen. Vom vorderen Teil des Tiers kann man eigentlich nur den Inhalt der Füße und Fühler essen, aber bei solch stattlichen Exemplaren ist das eine gute Mahlzeit – wir waren jedenfalls Pappsatt nach den Köpfen ohne Beilage!
Mit Delikatessen vollgefressen und glücklich mit unserem rundum gelungenen Aufenthalt in Fjordland wollten wir uns am nächsten Morgen gerade von den vielen netten Robben und ihren süßen Babys verabschieden, die in und um die Luncheon Cove leben. Da kam ein Fischer mit seinem Boot angefahren, den wir ein paar Tage zuvor kennengelernt hatten. Als Abschiedsgeschenk brachte er – wie soll es anders sein - zwei riesige Crayfish mit!
Also gab es auf dem Weg von Fjordland nach Stewart Island Hummerspaghetti zum Abendessen. Zu Michaelas Geburtstagsdiner gab es Hummerpizza und am Tag danach Hummersalat. Wir haben uns in den letzten fünf Tagen in Reihe praktisch ausschließlich von Crayfish ernährt und uns an unfassbaren Mengen der Delikatesse derart überfressen, dass wir die nächsten Wochen und Monate erst mal keinen einzigen Lobster mehr sehen wollen!
Bis auf die leichte Hummervergiftung sind wir also gut auf Stewart Island, der drittgrößten Insel Neuseelands angekommen. Hier wollen wir den Symbolvögel des Landes jagen, den Kiwi – natürlich nur mit der Kamera!
Der Kiwi ist ein Laufvogel, kann also nicht fliegen. Außerdem ist er äußerst scheu und nachtaktiv. Selbst die große Mehrzahl der Einheimischen haben noch nie einen Kiwi in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen. Aber – so haben wir uns sagen lassen - die Chancen sind hier auf Stewart Island sehr gut, besser als im ganzen Rest des Landes. Wünscht uns Glück!
Der hiesige Krabler hat, der Languste ähnlich, lange Fühler und keine Scheren wie sein nordamerikanischer Verwandter, der Maine Lobster. Die tropische Languste jedoch ist Vegetarier und der örtliche Rock Lobster nicht. Außerdem sind die Tiere hier wahre Monster. 2,5 Kilo sind eher das Normalgewicht eines örtlichen „Crayfish“ (so nennt der Einheimische das Tier).
Eigentlich wollte ich in dem kalten Wasser ja nicht unbedingt tauchen gehen, aber die Aussicht auf solch fette Beute und der ausdrückliche Geburtstagswunsch von Michaela, haben mich überredet. Also zogen wir am nächsten Morgen im Beiboot mit etwa 50 Kilo Tauchausrüstung los. Nach einer guten Stunde hatte ich das ganze Gerödel angelegt und schwamm mitten im Kelpwald bei Wassertemperaturen von unter 15 Grad – gefühltes Eiswasser!
Der erste Jagdversuch war nicht sehr erfolgreich. Ich hatte das gesamte Tauchblei angelegt, das wir an Bord haben. In den Tropen reicht das für drei Mann - aber wegen des dicken Anzugs mit Haube, Handschuhen, Füßlingen und nur halbvollem Lufttank (ich hatte die Luft beim Reinigen des Unterwasserschiffs in den Marlborough Sounds verbraucht) hatte ich immer noch leichten Auftrieb.
Tauchend in Vorwärtsbewegung kann man den Drang zur Wasseroberfläche leicht ausgleichen. Wenn man aber vor dem Zuhause eines Lobsters ausharrt, dann ist es sehr schlecht, wenn man sich mit einer Hand festhalten muss. Es bleibt nämlich nur eine weitere Hand zum Fangen des Tiers. Nach zwanzig Minuten hatte ich fünf Lobster verscheucht und erst ein Tier gefangen. Ich musste einsehen, dass es so nicht geht.
Also erst mal zurück zu Alita, den Kompressor anwerfen um die Tauchflaschen zu füllen und mehr Ballast besorgen. Mittags ging es dann los zu einem zweiten Versuch, der sehr erfolgreich war. Innerhalb von weiteren zwanzig Minuten hatte ich vier stattliche Tiere im Sack – bei Weitem genug für unseren Gefrierschrank, der mit mehreren Kilo „Blue Cod Filets“ (örtlicher Speisefisch) vom Vortag eigentlich schon gut gefüllt war!
Den ganzen Rest des Tages verbrachten wir damit die Crayfish in Süßwasser zu ertränken, die fleischhaltigen Schwänze abzutrennen und einzufrieren und die Köpfe zu kochen. Da unser größter Nudeltopf „nur“ 26 Zentimeter Durchmesser hat, mussten wir einige der riesigen Köpfe einzeln kochen. Vom vorderen Teil des Tiers kann man eigentlich nur den Inhalt der Füße und Fühler essen, aber bei solch stattlichen Exemplaren ist das eine gute Mahlzeit – wir waren jedenfalls Pappsatt nach den Köpfen ohne Beilage!
Mit Delikatessen vollgefressen und glücklich mit unserem rundum gelungenen Aufenthalt in Fjordland wollten wir uns am nächsten Morgen gerade von den vielen netten Robben und ihren süßen Babys verabschieden, die in und um die Luncheon Cove leben. Da kam ein Fischer mit seinem Boot angefahren, den wir ein paar Tage zuvor kennengelernt hatten. Als Abschiedsgeschenk brachte er – wie soll es anders sein - zwei riesige Crayfish mit!
Also gab es auf dem Weg von Fjordland nach Stewart Island Hummerspaghetti zum Abendessen. Zu Michaelas Geburtstagsdiner gab es Hummerpizza und am Tag danach Hummersalat. Wir haben uns in den letzten fünf Tagen in Reihe praktisch ausschließlich von Crayfish ernährt und uns an unfassbaren Mengen der Delikatesse derart überfressen, dass wir die nächsten Wochen und Monate erst mal keinen einzigen Lobster mehr sehen wollen!
Bis auf die leichte Hummervergiftung sind wir also gut auf Stewart Island, der drittgrößten Insel Neuseelands angekommen. Hier wollen wir den Symbolvögel des Landes jagen, den Kiwi – natürlich nur mit der Kamera!
Der Kiwi ist ein Laufvogel, kann also nicht fliegen. Außerdem ist er äußerst scheu und nachtaktiv. Selbst die große Mehrzahl der Einheimischen haben noch nie einen Kiwi in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen. Aber – so haben wir uns sagen lassen - die Chancen sind hier auf Stewart Island sehr gut, besser als im ganzen Rest des Landes. Wünscht uns Glück!
Donnerstag, 12. Februar 2015
Im hohen Süden
Inzwischen haben wir den George Sound und seine Sandfliegenhorden hinter uns gelassen. Wir sind sicher die Tageslichtvampire haben zum Abschied bitterlich geweint, denn leckere Menschen bekommen sie selten.
Die nächste Station war der Doubtfull Sound, der wie fast alles hier unten von Captain Cook benannt wurde. Er bezweifelte, dass er in den engen Gewässern des Fjords mit seinem Schiff manövrieren hätte können und fuhr deshalb vorbei. Da hat er was verpasst – auch weil es hier wegen steilerer Küsten wesentlich weniger Sandfliegen gibt.
Außerdem belohnen die abzweigenden Arme der zahlreichen engen Fjorde die Besucher, welche die langen Wege hinein und hinaus in Kauf genommen haben, mit majestätische Aussichten. Wir haben einige Seitenwege besucht und dann mehrere Tage am innersten Ende des Doubtfull Sounds in der Deep Cove unsere Zelte aufgeschlagen.
Wie der Name schon sagt, ist die Deep Cove tatsächlich sehr tief, so dass man nur in seiner hintersten Ecke ankern kann, direkt neben der Mündung eines Flusses und ganz dicht unter einer Steilwand, die knapp dreihundert Meter senkrecht aus dem Wasser ragt. Ein beeindruckender, aber nicht ganz ungefährlicher Ankerplatz.
Wegen des vielen Regens in Fjordland entsteht über die Jahre dichte Vegetation auch an senkrechten Steilwänden. Sogar Bäume schaffen es irgendwie ihre Wurzeln auf kleinen Vorsprüngen zu verankern und eng an die Wand geschmiegt zu gewaltiger Größe heran zu wachsen – bis schließlich die Felsen die tonnenschwere Last nicht mehr tragen können und – oft ausgelöst von den häufigen und heftigen Erdbeben dieser Region – der Schwerkraft nachgeben, auf dem Weg nach unten alles auf ihrem Weg mit sich reißen und in gewaltigen Geröll- und Vegetationslawinen niedergehen. Nicht gut, wenn man ausgerechnet dort ankert…
Eine weitere Schwierigkeit halten die riesigen Baumstämme speziell für den Segler bereit, besonders an Flussmündungen, wo sie in Massen angeschwemmt werden. Wenn es gelingt die Ankerkette darunter zu fädeln, dann hält zwar der Anker auch bei stärkstem Wind. Die Frage ist jedoch, ob man ihn jemals wieder zurück bekommt. Wir wurden von fallendem Geröll verschont, konnten die ankerverliebten versunkenen Bäume vermeiden und wurden für unseren Wagemut mit einem massiven Hochdruckgebiet und bestem Kaiserwetter belohnt.
Neben dem Milford ist der Doubtfull der einzige Fjord, der mit Fahrzeugen auf dem Landweg erreichbar ist – auch wenn man bei Zweiterem dazu über dreißig Kilomter See muss, bevor man in einen Bus steigt, der einen weitere zwanzig Kilometer auf einer Privatstraße durch die Berge zur Deep Cove transportiert. Dass die Gegend erschlossen ist, hatte für uns den Vorteil, dass es hier Wanderwege gibt – oder zumindest das, was der Kiwi Wanderweg nennt und wir eher als Regenwald-Hindernisparcours bezeichnen würden.
Also haben wir uns in zwei Tagen so richtig müde geklettert, wurden mit wunderschönen Eindrücken und Muskelkater belohnt. Außerdem haben wir Billy kennengelernt, den Manager der Stiftung, die in Deep Cove ein Schullandheim betreibt, welches den einheimischen Kinder schon in jungen Jahren die Liebe zum grandiosen neuseeländischen Naturschatz näher bringen soll.
Billy hat die Messlatte für die Gastfreundschaft der Neuseeländer wieder etwas höher gesetzt. Von ihm haben wir nicht nur schon bei der Ankunft eine Languste geschenkt bekommen, er hat uns außerdem in seiner Mittagspause zu einem Wasserfall geführt und dann am Abend zu einem feudalen Abendessen mit Schweinebraten, Kürbis, Kartoffeln, Soße und Salat eingeladen. Da er seit über vierzig Jahren den Süden des Landes als Fischer, Jäger und Naturliebhhaber unsicher macht, war er außerdem ein nahezu unerschöpflicher Quell an interessanten und hilfreichen Informationen. Vielen Dank Billy!
Gerne hätten wir in Deep Cove noch mehr Zeit verbracht, aber wir haben bis zu unserem Werftaufenthalt im April noch eine lange Strecke vor uns und auf dem Weg gibt es noch eine Menge Orte , die wir besuchen wollen. Also sind wir mal wieder weitergezogen, als es am Schönsten war und gestern Abend im Dusky Sound eingetroffen. Das wird unsere letzte Station in Fjordland werden. Hier verbringen wir die nächsten Tage, bis das Wetter uns die Fahrt nach Stewart Island ermöglicht und sind schon ganz gespannt, was wir entdecken werden.
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Die nächste Station war der Doubtfull Sound, der wie fast alles hier unten von Captain Cook benannt wurde. Er bezweifelte, dass er in den engen Gewässern des Fjords mit seinem Schiff manövrieren hätte können und fuhr deshalb vorbei. Da hat er was verpasst – auch weil es hier wegen steilerer Küsten wesentlich weniger Sandfliegen gibt.
Außerdem belohnen die abzweigenden Arme der zahlreichen engen Fjorde die Besucher, welche die langen Wege hinein und hinaus in Kauf genommen haben, mit majestätische Aussichten. Wir haben einige Seitenwege besucht und dann mehrere Tage am innersten Ende des Doubtfull Sounds in der Deep Cove unsere Zelte aufgeschlagen.
Wie der Name schon sagt, ist die Deep Cove tatsächlich sehr tief, so dass man nur in seiner hintersten Ecke ankern kann, direkt neben der Mündung eines Flusses und ganz dicht unter einer Steilwand, die knapp dreihundert Meter senkrecht aus dem Wasser ragt. Ein beeindruckender, aber nicht ganz ungefährlicher Ankerplatz.
Wegen des vielen Regens in Fjordland entsteht über die Jahre dichte Vegetation auch an senkrechten Steilwänden. Sogar Bäume schaffen es irgendwie ihre Wurzeln auf kleinen Vorsprüngen zu verankern und eng an die Wand geschmiegt zu gewaltiger Größe heran zu wachsen – bis schließlich die Felsen die tonnenschwere Last nicht mehr tragen können und – oft ausgelöst von den häufigen und heftigen Erdbeben dieser Region – der Schwerkraft nachgeben, auf dem Weg nach unten alles auf ihrem Weg mit sich reißen und in gewaltigen Geröll- und Vegetationslawinen niedergehen. Nicht gut, wenn man ausgerechnet dort ankert…
Eine weitere Schwierigkeit halten die riesigen Baumstämme speziell für den Segler bereit, besonders an Flussmündungen, wo sie in Massen angeschwemmt werden. Wenn es gelingt die Ankerkette darunter zu fädeln, dann hält zwar der Anker auch bei stärkstem Wind. Die Frage ist jedoch, ob man ihn jemals wieder zurück bekommt. Wir wurden von fallendem Geröll verschont, konnten die ankerverliebten versunkenen Bäume vermeiden und wurden für unseren Wagemut mit einem massiven Hochdruckgebiet und bestem Kaiserwetter belohnt.
Neben dem Milford ist der Doubtfull der einzige Fjord, der mit Fahrzeugen auf dem Landweg erreichbar ist – auch wenn man bei Zweiterem dazu über dreißig Kilomter See muss, bevor man in einen Bus steigt, der einen weitere zwanzig Kilometer auf einer Privatstraße durch die Berge zur Deep Cove transportiert. Dass die Gegend erschlossen ist, hatte für uns den Vorteil, dass es hier Wanderwege gibt – oder zumindest das, was der Kiwi Wanderweg nennt und wir eher als Regenwald-Hindernisparcours bezeichnen würden.
Also haben wir uns in zwei Tagen so richtig müde geklettert, wurden mit wunderschönen Eindrücken und Muskelkater belohnt. Außerdem haben wir Billy kennengelernt, den Manager der Stiftung, die in Deep Cove ein Schullandheim betreibt, welches den einheimischen Kinder schon in jungen Jahren die Liebe zum grandiosen neuseeländischen Naturschatz näher bringen soll.
Billy hat die Messlatte für die Gastfreundschaft der Neuseeländer wieder etwas höher gesetzt. Von ihm haben wir nicht nur schon bei der Ankunft eine Languste geschenkt bekommen, er hat uns außerdem in seiner Mittagspause zu einem Wasserfall geführt und dann am Abend zu einem feudalen Abendessen mit Schweinebraten, Kürbis, Kartoffeln, Soße und Salat eingeladen. Da er seit über vierzig Jahren den Süden des Landes als Fischer, Jäger und Naturliebhhaber unsicher macht, war er außerdem ein nahezu unerschöpflicher Quell an interessanten und hilfreichen Informationen. Vielen Dank Billy!
Gerne hätten wir in Deep Cove noch mehr Zeit verbracht, aber wir haben bis zu unserem Werftaufenthalt im April noch eine lange Strecke vor uns und auf dem Weg gibt es noch eine Menge Orte , die wir besuchen wollen. Also sind wir mal wieder weitergezogen, als es am Schönsten war und gestern Abend im Dusky Sound eingetroffen. Das wird unsere letzte Station in Fjordland werden. Hier verbringen wir die nächsten Tage, bis das Wetter uns die Fahrt nach Stewart Island ermöglicht und sind schon ganz gespannt, was wir entdecken werden.
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Samstag, 7. Februar 2015
Krass!
Die letzten sechs Tage saßen wir im George Sound fest – das ist am Ende der Welt links und ein Stückchen den Fjord hoch. Das Wetter draußen war viel zu krass zum Weiterfahren. Erst ein Sturm von Süd, dann ein Sturm von Nord und wieder einer von Süd – zwischendurch hat es so stark geregnet, dass der Wasserfall neben unserem Ankerplatz die Lautstärke eines startenden Düsenjets annahm und wir schon befürchteten, dass der ganze Fjord voll Wasser läuft. Unsere Trinkwasservorräte an Bord haben sich innerhalb weniger Stunden mit Regenwasser gefüllt.
Trotz – oder vielleicht wegen - der Stürme haben wir viel erlebt. Im Schutz des Fjordes bekommt man vom krassen Wind draußen auf See nicht viel mit und trotz des Regens sind auch häufig Sonnenstunden dazwischen – manchmal sogar ganze Sonnentage. Wir haben jedenfalls jede Gelegenheit genutzt.
Wir sind den George-Fluss mit dem Dinghy hochgejetet und unsere 15 Pferdestärken waren gerade stark genug gegen die Strömung anzukommen. Wir sind die Felsen eines Nebenarms unseres Wasserfalls hochgeklettert (als der Regen schwächer wurde und die Wassermassen abnahmen). Dort oben haben wir einen großen See gefunden und im Gebüsch ein Kanu! Natürlich sind wir hinaus gepaddelt und durch ein paar verwunschene Nebenarme des Sees, obwohl das Schwimmdings schon bedenklich krass reparaturbedürftig war.
Der allerkrasseste Ausflug war allerdings gestern, als wir einen „Wanderpfad" der DOC (Department of Conservation) begingen, der von George Sound zum „Lake Te Anau" führt. Wir nahmen uns den Lake Katherine als Ziel und Umkehrpunkt, „nur" knappe zwei Kilometer Luftlinie vom Startpunkt. Das waren definitiv die krassesten paar Meter die ich je gelaufen bin. Gelaufen trifft es sowieso nicht. Die Tour fängt kaum an und schon muss man über eine Hängebrücke über einen reißenden Fluss. Die „Brücke" besteht eigentlich nur aus einem Drahtseil auf dem man balanciert und zwei weiteren Drahtseilen als Handläufe. In Europa müsste man vor dem Betreten dieses Dings einen Haftungsausschluss und ein Testament verfassen!
Dann ging es in ähnlichem Stil weiter über Stock und Stein, Flüsse, Wurzeln, Löcher, an Steilhängen entlang, rauf und runter, hinüber und herüber. Den sogenannten Weg erkennt man nur daran, dass hin- und wieder in rotes in den Baum genageltes Dreieck angibt, dass man sich noch nicht verlaufen hat. Gefühlt ist man mitten im gemässigeten Regenwald unterwegs, wo noch nie zuvor ein Mensch seinen Fuß gestetzt hat. Wir haben 9 Bäche und Wasserfälle überquert, sind sieben Bäche entlang gelaufen, 13 Schlammlöcher überwunden und natürlich die Hängebrücke. Auf dem Hinweg wollten wir schon zweimal umdrehen, weil wir sicher waren den See irgendwie verpasst zu haben. Insgesamt waren wir über fünf Stunden unterwegs, das ist ein Schneckentempo von unter einem Kilometer pro Stunde – auf ebener Strecke geht man normalerweise mit fünf Stundenkilometer.
Es war uns also gar nicht langweilig in unserem George Sound am Ende der Welt. Wir hatten viele Abenteuer und gelebt haben wir wie Götter in Frankreich. Michaela hat gelernt Fische zu fangen. Natürlich betreibt sie ihr neues Hobby mit großem Erfolg, zieht ein Monster nach dem anderen heraus und bereitet sie am Abend lecker zu – Blue Cod im Cocosmantel ist echt zu empfehlen! Nur vom Haken abnehmen und Filetieren muss ich die Viecher noch selbst. Lukulischer Highlight des George Sounds war allerdings ganz Fischfrei! Da gab es selbstgemachte, warme bayerische Brezn mit Butter und abends dann handgemachte Kässpatzn – krass lecker!
Heute hat der Sturm eine Pause eingelegt. Wir sind weiter gezogen und bereits im Thompson/Doubtfull-Sound angekommen, auf der Suche nach weiteren Abenteuern.
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Trotz – oder vielleicht wegen - der Stürme haben wir viel erlebt. Im Schutz des Fjordes bekommt man vom krassen Wind draußen auf See nicht viel mit und trotz des Regens sind auch häufig Sonnenstunden dazwischen – manchmal sogar ganze Sonnentage. Wir haben jedenfalls jede Gelegenheit genutzt.
Wir sind den George-Fluss mit dem Dinghy hochgejetet und unsere 15 Pferdestärken waren gerade stark genug gegen die Strömung anzukommen. Wir sind die Felsen eines Nebenarms unseres Wasserfalls hochgeklettert (als der Regen schwächer wurde und die Wassermassen abnahmen). Dort oben haben wir einen großen See gefunden und im Gebüsch ein Kanu! Natürlich sind wir hinaus gepaddelt und durch ein paar verwunschene Nebenarme des Sees, obwohl das Schwimmdings schon bedenklich krass reparaturbedürftig war.
Der allerkrasseste Ausflug war allerdings gestern, als wir einen „Wanderpfad" der DOC (Department of Conservation) begingen, der von George Sound zum „Lake Te Anau" führt. Wir nahmen uns den Lake Katherine als Ziel und Umkehrpunkt, „nur" knappe zwei Kilometer Luftlinie vom Startpunkt. Das waren definitiv die krassesten paar Meter die ich je gelaufen bin. Gelaufen trifft es sowieso nicht. Die Tour fängt kaum an und schon muss man über eine Hängebrücke über einen reißenden Fluss. Die „Brücke" besteht eigentlich nur aus einem Drahtseil auf dem man balanciert und zwei weiteren Drahtseilen als Handläufe. In Europa müsste man vor dem Betreten dieses Dings einen Haftungsausschluss und ein Testament verfassen!
Dann ging es in ähnlichem Stil weiter über Stock und Stein, Flüsse, Wurzeln, Löcher, an Steilhängen entlang, rauf und runter, hinüber und herüber. Den sogenannten Weg erkennt man nur daran, dass hin- und wieder in rotes in den Baum genageltes Dreieck angibt, dass man sich noch nicht verlaufen hat. Gefühlt ist man mitten im gemässigeten Regenwald unterwegs, wo noch nie zuvor ein Mensch seinen Fuß gestetzt hat. Wir haben 9 Bäche und Wasserfälle überquert, sind sieben Bäche entlang gelaufen, 13 Schlammlöcher überwunden und natürlich die Hängebrücke. Auf dem Hinweg wollten wir schon zweimal umdrehen, weil wir sicher waren den See irgendwie verpasst zu haben. Insgesamt waren wir über fünf Stunden unterwegs, das ist ein Schneckentempo von unter einem Kilometer pro Stunde – auf ebener Strecke geht man normalerweise mit fünf Stundenkilometer.
Es war uns also gar nicht langweilig in unserem George Sound am Ende der Welt. Wir hatten viele Abenteuer und gelebt haben wir wie Götter in Frankreich. Michaela hat gelernt Fische zu fangen. Natürlich betreibt sie ihr neues Hobby mit großem Erfolg, zieht ein Monster nach dem anderen heraus und bereitet sie am Abend lecker zu – Blue Cod im Cocosmantel ist echt zu empfehlen! Nur vom Haken abnehmen und Filetieren muss ich die Viecher noch selbst. Lukulischer Highlight des George Sounds war allerdings ganz Fischfrei! Da gab es selbstgemachte, warme bayerische Brezn mit Butter und abends dann handgemachte Kässpatzn – krass lecker!
Heute hat der Sturm eine Pause eingelegt. Wir sind weiter gezogen und bereits im Thompson/Doubtfull-Sound angekommen, auf der Suche nach weiteren Abenteuern.
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Montag, 2. Februar 2015
Unter Fjorden
Geschafft! Endlich in Fjordland! Der Trip war echt mühselig, denn auch auf dem zweiten Teilstück war uns kein Wind vergönnt. Nachdem wir bereits drei Tage in Westport auf ein paar Beaufort gewartet hatten - die wir uns allerdings mit zahlreichen, schönen Ausflügen versüssten - bestand zuletzt die Aussicht auf ein wenig Wind, bevor der nächste Sturm drohte. Also brachen wir auf.
Kaum unterwegs änderte der Wetterbericht die Meinung und versagte uns jegliche Fortbewegung unter Segel. Also Dieselwind! Nach 24 Stunden Gebrumme hatte der Wind eine wenig Erbarmen und ließ sich in der letzten Nacht vor unserer Ankunft zu einer leichten Brise herab. Gleichzeitig riefen die neuseeländischen Behörden eine Sturmwarnung für unser Zielgebiet aus und es begann zu regnen.
Wir erwarteten also, dass der Wind von achtern (= nautisch hinten) zunehmen würde, waren wir nicht besorgt, denn aufs Heck ist Windstärke 8 nicht furchterregend - vor allem dann nicht, wenn das Gebläse noch frisch ist und keine Welle aufbauen konnte.
Doch statt zunehmendem Wind mussten wir erleben, wie er in den frühen Morgenstunden wieder so stark ablaute, so dass wir trotz des Sturmes in der Nachbarschaft (er tobte sich wohl einige Seemeilen weiter draußen auf dem offenen Meer aus) wieder unter Motor laufend unser Ziel erreichten.
Die nervigen Motormeilen waren bei der Ankunft schnell vergessen. Während der Anfahrt auf den Milford Sound klarte das Wetter wie bestellt auf und beleuchtete die atemberaubende Szenerie in ihrer einzigartigen Schönheit. Wir fuhren in eine enge Felsspalte, die fast wie ein Höhlengewölbe mit himmelblauer Decke wirkte, flankiert von felsigen Steilwänden, die majestätisch in den Himmel ragten und von oben grandiose Wasserkaskaden herunter plätschern lassen. Das erinnerte mich schwer an eine Filmkulisse aus dem "Herrn der Ringe" - nur die großen Statuen fehlten.
Der einzige Wermutstropfen des Milford Sounds ist, dass er mit dem Auto erreichbar ist. So ziemlich jeder der die Südinsel besucht, fährt dort vorbei - wen wundert es, bei soviel majestätischer Schönheit. Entsprechend hoch ist allerdings die Dichte an Ausflugsbooten. Wir haben bis zu sieben Dampfer gezählt, die dort gleichzeitig auf und ab fahren und an jedem der Wasserfälle verweilen.
Also kämpften wir uns durch die Rush Hour ins "Deep Water Basin", ein fast kreisrundes Becken am Ende des Fjords, das wie ein kleiner Bergsee wirkt. Von dort machten wir noch eine kleine Kajaktour den glasklaren Arthur River hinauf, bis uns ein Wasserfall die Weiterfahrt versperrte.
Als Micha das zweite Kajak, das sie zuvor an Land organisiert hatte, wieder zurück brachte, kam sie ins Gespräch mit einem Kiwi auf einem Motorboot, der ihr gleich einen fetten "Crayfish" (Languste) in die Hand drückte.
So bewahrheitete sich eine Prophezeihung unserer Cruiserfreunde. Sie hatten uns schon vorgewarnt, dass die Einheimischen den Besuchern hier unten statt einem Handschlag zur Begrüßung eine der beliebten Delikatessen in die Hand drücken würden. So gab es zum Abendessen Lobsterschwanz als Vorspeise und Thunfischsteaks als Hauptspeise - wir hatten nämlich unterwegs einen ansehnlichen 7kg Thun gefangen. Danach fielen wir gänzlich befriedigt und glücklich in einen tiefen Schlaf.
Am nächsten Morgen erwachten wir zu Sonnenschein in unserem friedlichen Bergsee und lichteten den Anker. Auf dem Weg aus dem Milford Sound hinaus begegneten wir der "Celebrity Solstice". Dieses über dreihundert Meter lange Cruiseship wollte auch noch eine kleine Runde in dem engen Fjord drehen.
Kaum aus dem Fjord hinaus verdunkelte sich der Himmel und es begann es in Strömen zu regnen - und kurz darauf auch zu gewittern. Das ist nun zwei Tage her. Inzwischen sind wir im George Sound; also drei Fjorde weiter südlich. In den zurückliegenden Stunden prasselte der ganze Regen auf einmal auf uns herunter, den wir uns in den letzten zwei Monaten aufgespart hatten.
Aber auch Starkregen bietet in Fjordland ein schönes Schauspiel. Immer wenn zwischen den windgetriebenen Regenschleier und mystischen Wolkenfetzen, die durch die Täler ziehen, mal der Blick öffnet, kann man einen neu gebildten Wasserfall bewundern, der neben den unzähligen anderen von den uns umgebenen Bergwänden herunter donnert. Außerdem reduziert der Regen die hungrigen Horden von Sandfliegen, die hier in Fjordland leider allgegenwärtig sind. Diese kleinen Biester sind auch der Grund, warum Fjordland trotz seiner Schönheit nicht in den Top Ten unserer Lieblingsreisegebiete landen wird.
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Kaum unterwegs änderte der Wetterbericht die Meinung und versagte uns jegliche Fortbewegung unter Segel. Also Dieselwind! Nach 24 Stunden Gebrumme hatte der Wind eine wenig Erbarmen und ließ sich in der letzten Nacht vor unserer Ankunft zu einer leichten Brise herab. Gleichzeitig riefen die neuseeländischen Behörden eine Sturmwarnung für unser Zielgebiet aus und es begann zu regnen.
Wir erwarteten also, dass der Wind von achtern (= nautisch hinten) zunehmen würde, waren wir nicht besorgt, denn aufs Heck ist Windstärke 8 nicht furchterregend - vor allem dann nicht, wenn das Gebläse noch frisch ist und keine Welle aufbauen konnte.
Doch statt zunehmendem Wind mussten wir erleben, wie er in den frühen Morgenstunden wieder so stark ablaute, so dass wir trotz des Sturmes in der Nachbarschaft (er tobte sich wohl einige Seemeilen weiter draußen auf dem offenen Meer aus) wieder unter Motor laufend unser Ziel erreichten.
Die nervigen Motormeilen waren bei der Ankunft schnell vergessen. Während der Anfahrt auf den Milford Sound klarte das Wetter wie bestellt auf und beleuchtete die atemberaubende Szenerie in ihrer einzigartigen Schönheit. Wir fuhren in eine enge Felsspalte, die fast wie ein Höhlengewölbe mit himmelblauer Decke wirkte, flankiert von felsigen Steilwänden, die majestätisch in den Himmel ragten und von oben grandiose Wasserkaskaden herunter plätschern lassen. Das erinnerte mich schwer an eine Filmkulisse aus dem "Herrn der Ringe" - nur die großen Statuen fehlten.
Der einzige Wermutstropfen des Milford Sounds ist, dass er mit dem Auto erreichbar ist. So ziemlich jeder der die Südinsel besucht, fährt dort vorbei - wen wundert es, bei soviel majestätischer Schönheit. Entsprechend hoch ist allerdings die Dichte an Ausflugsbooten. Wir haben bis zu sieben Dampfer gezählt, die dort gleichzeitig auf und ab fahren und an jedem der Wasserfälle verweilen.
Also kämpften wir uns durch die Rush Hour ins "Deep Water Basin", ein fast kreisrundes Becken am Ende des Fjords, das wie ein kleiner Bergsee wirkt. Von dort machten wir noch eine kleine Kajaktour den glasklaren Arthur River hinauf, bis uns ein Wasserfall die Weiterfahrt versperrte.
Als Micha das zweite Kajak, das sie zuvor an Land organisiert hatte, wieder zurück brachte, kam sie ins Gespräch mit einem Kiwi auf einem Motorboot, der ihr gleich einen fetten "Crayfish" (Languste) in die Hand drückte.
So bewahrheitete sich eine Prophezeihung unserer Cruiserfreunde. Sie hatten uns schon vorgewarnt, dass die Einheimischen den Besuchern hier unten statt einem Handschlag zur Begrüßung eine der beliebten Delikatessen in die Hand drücken würden. So gab es zum Abendessen Lobsterschwanz als Vorspeise und Thunfischsteaks als Hauptspeise - wir hatten nämlich unterwegs einen ansehnlichen 7kg Thun gefangen. Danach fielen wir gänzlich befriedigt und glücklich in einen tiefen Schlaf.
Am nächsten Morgen erwachten wir zu Sonnenschein in unserem friedlichen Bergsee und lichteten den Anker. Auf dem Weg aus dem Milford Sound hinaus begegneten wir der "Celebrity Solstice". Dieses über dreihundert Meter lange Cruiseship wollte auch noch eine kleine Runde in dem engen Fjord drehen.
Kaum aus dem Fjord hinaus verdunkelte sich der Himmel und es begann es in Strömen zu regnen - und kurz darauf auch zu gewittern. Das ist nun zwei Tage her. Inzwischen sind wir im George Sound; also drei Fjorde weiter südlich. In den zurückliegenden Stunden prasselte der ganze Regen auf einmal auf uns herunter, den wir uns in den letzten zwei Monaten aufgespart hatten.
Aber auch Starkregen bietet in Fjordland ein schönes Schauspiel. Immer wenn zwischen den windgetriebenen Regenschleier und mystischen Wolkenfetzen, die durch die Täler ziehen, mal der Blick öffnet, kann man einen neu gebildten Wasserfall bewundern, der neben den unzähligen anderen von den uns umgebenen Bergwänden herunter donnert. Außerdem reduziert der Regen die hungrigen Horden von Sandfliegen, die hier in Fjordland leider allgegenwärtig sind. Diese kleinen Biester sind auch der Grund, warum Fjordland trotz seiner Schönheit nicht in den Top Ten unserer Lieblingsreisegebiete landen wird.
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Montag, 26. Januar 2015
Rechts angetäuscht und links abgebogen
Eigentlich wollten wir gerade unterwegs sein. Gestern abend sind wir aufgebrochen von Golden Bay, um den Farewell Spit herum, die Westküste der neuseeländischen Südinsel hinunter Richtung Fjordland. Leider war der Wind die ganze Strecke so mau, dass wir nicht unter Segel fahren konnten. Wir wussten ja, dass wenig Wind sein würde - aber als ich heute mittags den frischesten Wetterbericht runtergeladen habe, hatte sich das „wenig“ aus der Vorhersage spurlos verabschiedet. Uns hätte also akute und totale Flaute auf der gesamten Strecke zum Milford Sound gedroht.
Das geht gar nicht. Zur Not kann man es ertragen, wenn der Motor mal zehn Stunden brummt, aber drei Tage lang ununterbrochen, das ist wie chinesische Wasserfolter. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen links abzubiegen.
Die Einfahrt in den Hafen von Westport ist zwar gefürchtet bei Seglern und Fischern, weil sie über eine seichte und sehr bewegliche Sanddühne in einen stattlichen Flußlauf führt und deswegen vielen widrigen Faktoren unterworfen und schwer einzuschätzen ist. Heute jedoch hatten sich alle Widrigkeiten zusammen mit dem Wind verabschiedet.
Bei unserer Ankunft war Hochwasserstand, der Fluss wegen einer langen regenlosen Periode friedlich und Schwell (also Ozeanwelle) gab es auch so gut wie gar nicht. So war die Einfahrt erwartungsgemäß ein Kinderspiel.
Nun sind wir also in dem kleinen Fischhafen von Westport und besichtigen die Sehenswürdigkeiten der Gegend, während wir auf Wind warten, damit wir nach Fjordland segeln können. Wer hätte gedacht, dass wir hier in der südtasmansichen See mit Flaute zu kämpfen haben, wo wir doch Stürme erwartet hatten.
Das geht gar nicht. Zur Not kann man es ertragen, wenn der Motor mal zehn Stunden brummt, aber drei Tage lang ununterbrochen, das ist wie chinesische Wasserfolter. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen links abzubiegen.
Die Einfahrt in den Hafen von Westport ist zwar gefürchtet bei Seglern und Fischern, weil sie über eine seichte und sehr bewegliche Sanddühne in einen stattlichen Flußlauf führt und deswegen vielen widrigen Faktoren unterworfen und schwer einzuschätzen ist. Heute jedoch hatten sich alle Widrigkeiten zusammen mit dem Wind verabschiedet.
Bei unserer Ankunft war Hochwasserstand, der Fluss wegen einer langen regenlosen Periode friedlich und Schwell (also Ozeanwelle) gab es auch so gut wie gar nicht. So war die Einfahrt erwartungsgemäß ein Kinderspiel.
Nun sind wir also in dem kleinen Fischhafen von Westport und besichtigen die Sehenswürdigkeiten der Gegend, während wir auf Wind warten, damit wir nach Fjordland segeln können. Wer hätte gedacht, dass wir hier in der südtasmansichen See mit Flaute zu kämpfen haben, wo wir doch Stürme erwartet hatten.
Sonntag, 18. Januar 2015
Sommer im Süden
Seit ein paar Wochen halten wir uns an der Nordspitze der Südinsel auf. Die Golden Bay, den Abel Tasman National Park und die Marlborough Sounds – speziell den Queen Charlotte Sound – haben wir in den letzten Wochen ausgiebig erkundet und in den Spuren von Captain Cook wieder einmal beeindruckende Erfahrungen gesammelt. Sicher habt ihr schon Michaelas Fotos (Fotogalerie) gesehen und wisst genau, wie wunderschön es hier ist. Allerdings hatten wir erneut riesengroßes Glück mit dem Wetter. Bis auf ein paar wenige, kurze Nieselschauer hatten wir im letzten Monat nur Sonnentage. Der Südsommer verwöhnt uns!
Vorgestern sind wir nun voll beladen mit Diesel, Benzin, Wasser und Lebensmittel aus Picton ausgelaufen und befinden uns auf dem Weg nach Fjordland . Naja, zumindest sind wir in der generellen Richtung unterwegs. Weit sind wir noch nicht gekommen, denn schon das erste kleine Hindernis spielt unfair.
Cape Jackson liegt an der Nordspitze zwischen Queen Charlotte Sound und Pelorus Sound und ist einer der Punkte, wo die Cook Straße besonders ungemütlich werden kann. Wenn die Wetterdaten aus dem Internet dort fünfzehn Knoten Wind ansagen, dann wehen dort normalerweise dreißig Knoten – besonders mittags, wenn die thermischen Winde den Düseneffekt verstärken.
Genauso wie der Wind, der sich dort um die Ecke herumdrücken muss, will sich auch die Strömung vorbeiquetschen und verkompliziert die Sache erheblich.
Laut Vorhersage waren in den letzten Tagen dort zwanzig bis dreißig Knoten Wind unterwegs, also sind es tatsächlich deutlich mehr als vierzig. Mit so vielen Knoten wollen wir uns keinesfalls frontal anlegen. Wir warten stattdessen bis morgen, liegen gemütlich in einer der zahllosen, malerischen Buchten und genießen die Sonne – das Seglerleben ist hart!
Frühmorgens soll der Wind schwächer sein und schließlich drehen, so dass wir nicht mehr dagegen ankämpfen müssen. Zusammen mit dem Wind geht es dann zurück zum Abel Tasman Nationalpark, wo wir auf ein großes Wetterfenster warten, in dem wir die 370 Seemeilen in den Süden in den Milford Sound zurücklegen können – den nördlichsten Fjord Neuseelands. Wir freuen uns schon auf die Berge und die Schneekappen auf den Gipfeln!
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Vorgestern sind wir nun voll beladen mit Diesel, Benzin, Wasser und Lebensmittel aus Picton ausgelaufen und befinden uns auf dem Weg nach Fjordland . Naja, zumindest sind wir in der generellen Richtung unterwegs. Weit sind wir noch nicht gekommen, denn schon das erste kleine Hindernis spielt unfair.
Cape Jackson liegt an der Nordspitze zwischen Queen Charlotte Sound und Pelorus Sound und ist einer der Punkte, wo die Cook Straße besonders ungemütlich werden kann. Wenn die Wetterdaten aus dem Internet dort fünfzehn Knoten Wind ansagen, dann wehen dort normalerweise dreißig Knoten – besonders mittags, wenn die thermischen Winde den Düseneffekt verstärken.
Genauso wie der Wind, der sich dort um die Ecke herumdrücken muss, will sich auch die Strömung vorbeiquetschen und verkompliziert die Sache erheblich.
Laut Vorhersage waren in den letzten Tagen dort zwanzig bis dreißig Knoten Wind unterwegs, also sind es tatsächlich deutlich mehr als vierzig. Mit so vielen Knoten wollen wir uns keinesfalls frontal anlegen. Wir warten stattdessen bis morgen, liegen gemütlich in einer der zahllosen, malerischen Buchten und genießen die Sonne – das Seglerleben ist hart!
Frühmorgens soll der Wind schwächer sein und schließlich drehen, so dass wir nicht mehr dagegen ankämpfen müssen. Zusammen mit dem Wind geht es dann zurück zum Abel Tasman Nationalpark, wo wir auf ein großes Wetterfenster warten, in dem wir die 370 Seemeilen in den Süden in den Milford Sound zurücklegen können – den nördlichsten Fjord Neuseelands. Wir freuen uns schon auf die Berge und die Schneekappen auf den Gipfeln!
----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
Abonnieren
Posts (Atom)
